The first 200 lines.
BASIEREND AUF DEM ROMAN ELENA WEISS BESCHEID VON CLAUDIA PIÑEIRO
ELENA WEISS BESCHEID
Komm schon.
Mach mit, Mama.
Du verpasst deinen Termin. Sie warten auf dich.
Keine Lust.
Es wird dir gefallen. Sie werden dich hübsch machen.
Mimí wird dir eine Kopfmassage geben. Das magst du doch.
Und eine Haarkur nach dem Färben.
Wozu das alles, Rita?
Mich stört nur mein Zehennagel. Den könntest du wegschneiden.
Das stimmt. Das kann ich.
Es ekelt mich an, aber ich kann das machen.
Aber ich schneide dir nicht die Haare. Oder färbe sie.
Danach aufzuräumen, hasse ich.
Ich brauchte zwei Tage, die Flecken von den Fliesen zu bekommen.
Habe ich die Pillen?
Ja.
Gehen wir.
Komm schon.
Eins, zwei, und…
Was ist los?
-Was ist? -Keine Ahnung.
Wirkt die Pille noch nicht?
Du nahmst sie vor 20 Minuten.
Was kümmert es dich? Keiner sieht mich.
Schau her.
Schau!
Siehst du, was ich sehe?
Siehst du, was ich sehe, Mama?
Hast du mein Tuch?
Rita!
Bist du so weit?
-Gehen wir. -Lass mich.
Hey!
Die fahren wie die Tiere.
Stimmt. Ja. Genau.
Ok.
Bis später.
Hallo!
-Wie geht's, Rita? -Hallo.
Und Ihnen, Elena.
-Sie gehört dir. -Hi, Süße.
Keine Sorge. Wir kümmern uns um sie.
Sei brav, ok?
Ruf mich an.
Gut.
Hier. Der Stuhl da drüben.
Langsam.
Ich bekomme noch ein Enkelkind!
Glückwunsch! Wann ist es so weit?
Meine Schwiegertochter. In drei Monaten.
Du kennst sie ja.
Kannst du dir vorstellen, dass wir Omas werden?
Meine Tochter ist 43.
Na und?
-Sie kann mich nicht zur Oma machen. -Kommen Sie, Elena. Das ist Unsinn.
In den Nachrichten war eine Frau, die mit 65 ein Baby bekam.
Ich bin 65.
Was bekommt Elena noch?
-Gesichtswachs. -Ok.
Sagen Sie, wenn es zu heiß ist, ok?
Pame, wieso ist die alte Dame noch hier?
Ihre Tochter wollte sie abholen.
-Fertig? -Gehen wir.
Tschüss, Mimí. Bis morgen!
Tschüss.
Tschüss, Mimí. Bis morgen.
Tschüss.
Rita, deine Mutter ist fertig.
Bist du gleich hier?
Melde dich.
Wir schließen jetzt.
-Hi, Baby! -Hi, Schatz.
-Wie geht's? -Gut. Und dir?
Gut. Du bist klitschnass.
Es gießt in Strömen.
Können wir Elena nach Hause fahren?
Natürlich.
Ich mache das Licht aus.
Keine Sorge, Elena. Ihre Tochter wurde sicher aufgehalten.
SALON PABLO
Ich komme!
Guten Abend.
Wohnt hier Rita Alonso?
Was ist los? Wo ist sie?
Ist Ihr Mann zu Hause?
Sie ist meine Tochter.
Sind Sie allein?
Sie müssen bitte mitkommen, ok?
Ja, ich weiß. Machen wir.
Ja, ich sage es ihnen.
Ist das Ihre Tochter?
Ich rede mit dem Gerichtsmediziner.
Rita Elena Alonso. Ist das Ihre Tochter?
Ja?
Stimmt. Danke.
Wenn Sie sicher sind, ist laut Staatsanwalt keine Autopsie notwendig.
Ich bin sicher. Tod durch Ersticken.
Gut. Danke, Herr Doktor.
Verzeihung.
Der Gerichtsmediziner hat genug Beweise, um die Leiche ohne Autopsie freizugeben.
Sollen wir den Bestatter verständigen?
Es wird keine Autopsie geben?
Das spart Papierkram. Das ist alles.
Ihr Tod ist nicht nur Papierkram.
Der Leichnam wird in ein paar Tagen freigegeben.
Ich will wissen, wer es war.
-Wo wird sie sein? -Hier. Bis wir fertig sind.
Macht eine Autopsie.
BESTATTUNGSINSTITUT
GEDENKSTÄTTE BESTATTUNGSINSTITUT
Soll ich sie zum Angeben unter ihre Hände legen?
Ihr Freund schickte sie.
Angeben? Die sind billiger als alle anderen Blumen.
Lassen Sie mich helfen. Das Haar muss aus dem Gesicht.
-Mutig, oder? -Oh mein Gott.
Elena ist jetzt ganz allein.
-Sieh sie dir an. Die Arme. -Sie hat sie allein gelassen.
Lass mich in Ruhe, Mama.
-Nimm das, Schatz. -Nein.
Das tut dir sicher gut.
Elena, möchten Sie ein Glas Wasser?
-Nein, danke. -Ich hole Ihnen Wasser.
Elena.
Wir wohnen um die Ecke. Rufen Sie an, wenn Sie etwas brauchen.
Was passiert ist, ist eine Tragödie.
Was ist passiert? Wissen Sie das?
Was hat sie sich gedacht, so etwas zu tun?
Zu Ihnen kommen viele Leute.
Und Leute reden.
Sie sind eine gute Zuhörerin.
Helfen Sie mir?
Elena, darf ich für Ritas Seele beten?
Das würde Rita sicher gefallen.
Lassen Sie uns beten.
Im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.
Unser Herr, Vater im Himmel, allmächtiger und ewiger Gott.
Wir betrauen dich mit der Seele deiner Tochter, Rita.
Vergib ihr ihre Sünden
in deiner unendlichen Güte.
Für uns, die wir noch auf dieser Erde sind,
besonders für ihre Mutter, Elena, bitten wir dich, uns die Kraft zu geben…
Mädels.
-Ihr Gesicht… -Wie respektlos.
Tot sieht sie besser aus.
Ging Rita nicht mit Pater Juan aus?
Ja, stimmt.
ORANGENSAFT
Lass uns gehen!
Mama!
Mama?
Mami!
Mami!
Mama!
Nein. Ich kann das selbst.
-Gib her. -Nein. Das ist meines.
Du hast dein eigenes.
Meines ist nass.
In deinem Alter rannte ich diesen Weg entlang.
Das ist vorbei.
Für dich anscheinend auch.
Wir leisten hier einen Sozialdienst.
Ich vergesse dir das nie.
Elena. Kommen Sie herein.
Sie ist zum dritten Mal hier.
Klar. Sie kann kommen.
Waren Sie beim Gericht?
Das bringt nichts.
Ja, das stimmt.
Welche Beweise brauchen Sie noch?
Es gibt ein Dutzend Zeugen.
Alle, die an dem Tag in der Kirche waren.
Es kann nicht sein, dass niemand sie sah.
Es war kein Selbstmord.
Machen Sie eine Kopie.
Ich will es zurück. Nicht verlieren.
Was soll das?
Das ist üblich. So macht man das jetzt.
Sie kopieren Ritas Kalender auf Ihr Handy? Haben Sie etwas Respekt!
Hören Sie, Elena. Ich habe es Ihnen doch schon gesagt.
Ich kann nichts tun, wenn der Fall abgeschlossen ist.
Bringen Sie ihn nicht her.
Sprechen Sie in der Kirche mit dem Priester.
-Verdächtigen Sie Pater Juan? -Er predigte.
Mit meiner toten Tochter im Glockenturm.
Ohne etwas zu sagen.
Das ist Vertuschung.
Stuhl und Seil gab es in der Kirche.
Ein Stuhl ist nicht ungewöhnlich.
Er sah sie als letzter.
Und niemand verhört ihn.
Vertuschung und Anstiftung.
-Soll ich Anzeige erstatten? -Nein.
Nein, Elena.
Beruhigen Sie sich. Ich sehe, was ich tun kann.
Warum befragen Sie nicht ihre Freunde?
Die ihr nahestanden.
Sie hatte nie welche.
Pablo Almada.
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