Es war einmal in Deutschland
The first 200 lines.
Was soll das heißen, nicht genehmigt?
Das heißt: Nicht genehmigt. -Ich bin jüdisch.
Jeder bekommt eine Lizenz. -Bei Ihnen gab es Unregelmäßigkeiten.
Unregelmäßigkeiten? lm KZ war ich immer pünktlich.
Ich darf Ihnen dazu nichts sagen. Es gibt bald eine Untersuchung.
Eine Untersuchung? -lhre Akte liegt bei der CIO.
Und das ist was? -Counter Intelligence Core.
Eine Ermittlungsabteilung der Army.
Sehr beruhigend. -Sie hören bald von ihnen.
Ja, Sie mich auch.
Nicht so schnell.
Motek.
Das kann doch kein Hund lesen, hm? Komm, ich trage dich.
Wo hast du Marian gelassen?
Guten Tag.
Guten Tag. -Guten Tag.
Tag.
Guten Tag.
Officer.
Tag.
Später.
Motek. Du hast Motek gefunden. -Marian.
Ich hab dir gesagt, du sollst aufpassen auf ihn.
Er läuft immer weg, was soll ich machen? -Hack ihm ab noch ein Bein.
Oh. Entschuldigung. Es tut mir sehr leid.
Der meschiggene Hund
Nein, nein, nein, schon okay. Heute istjeder meschigge.
Gestatten, Holzmann. -Bermann‚ David Bermann.
Was Sie sagen. Der berühmte Bermann.
Was die Leute so reden. -(Hupen)
Guck mal, wer da kommt. -(Hupen)
Ihr kennt den?
Ja. Vom Wegsehen.
Jankel Lubliner. Hat angefangen als kleiner Ganef.
Bald gehört ihm der halbe Schwammarkt.
Buchenwald war seine Universität
Er hat mir Rache geschworen.
Es gab da ein Problem mit einem... mit einem Fräulein.
Über eine halbe Million jüdischer Menschen,
die die Konzentrationslager überlebten,
befinden sich zurzeit in Transitlagern der amerikanischen Besatzungszone
Frankfurt bekam kürzlich hohen Besuch:
Eleanor Roosevelt besichtigte das DP-Camp in Zeilsheim.
Die Präsidentenwitwe konnte sich ein Bild machen,
wie Menschen hier versorgt und medizinisch betreut werden.
Sie lernen Englisch und Hebräisch,
um sich auf die Auswanderung in die USA oder nach Palästina vorzubereiten.
Die US-Behörden schätzen, dass bis 1950 alle Juden Westdeutschland...
verlassen haben. -(Raunen)
Immer dieselbe Scheiße. -(Gemurmel)
So, Ende der Vorstellung!
Emil Verständig. Als Projektionist ist er eine Katastrophe,
aber als Verkäufer genial.
Er war Lehrling im Wäschekaufhaus meiner Eltern.
Und wo hat er übenivintert? -In Shanghai.
Shanghai, China? Oberbayern.
Er redet nicht drüber. Nacht, Verständig. -Nacht‚ Bermann.
Wer redet schon drüber?
So, die Herren. -Danke schön.
Fajnbrot‚ das Glas ist nicht sauber. -Dann bestell ein sauberes.
Für Gäste hast du ein Händchen.
Schau lieber, dass es losgeht.
Was soll losgehen, wenn ich fragen darf? -Nichts.
Ich will ein Geschäft aufmachen. Die Amis veniveigern die Lizenz.
Wieso? Jeder von uns bekommt eine Lizenz.
Nein? -Und Sie?
Was haben Sie so vor?
Ich...
Ich gehe nach Amerika. -Ah. Ja, ja.
Jeder will nach Amerika. Haben Sie das Geld dafür?
A bissel.
Und wie viel ist... "a bissel"?
600... Dollar.
1200 Mark? -Ja.
Damit kommen Sie nicht mal bis aufs Schiff -Was?
Ich sage Ihnen, was Sie machen.
Sie besorgen die Lizenz und ich nehme Sie rein als Kompagnon.
Dann machen wir bissel viel Geld.
Ich habe Ihnen gerade gesagt, ich bleibe hier nicht
Und ich will bleiben? Keiner will bleiben.
Aber wollen Sie arm in Amerika ankommen? -lch habe einen Cousin in New York.
"Mazel tov", sagt der, "endlich kommt Holzmann."
Was schätzen Sie, wie viel man braucht für drüben?
Vielleicht 25...000. -25.000? Was Sie sagen!
Mindestens. Man muss überleben, die Reise und etwas haben, um anzufangen.
Ich frage Sie,
was brauchen die Deutschen momentan am dringendsten?
Wäsche. Wäsche.
Ja, Wäsche. Wir werden aufmachen einen Wäschegroßhandel.
Ein Bombengeschäft. Ich weiß es
Die meiste Ware bekomme ich in Kommission oder auf Wechsel.
Ein Lager hab ich schon und jemanden mit Autos.
Er leiht uns welche, billig. -lch bin kein Teilacher.
Sie sollen nicht teilachen. Ich fahre mit meinen Leute raus
Am Anfang werden wir sein 4 oder 5 Reisende.
Sie werden im Büro bleiben.
Als...
Als Chef. -Als Chef? Ich?
Ja. -Hor mal, ich..
Ich bin kein Teilacher, kein Chef, ich bin ein Schuhmacher.
Sie sehen aber aus wie ein Chef. -Leute‚ ich bin dabei.
Mit ihm und Verständig sind wir schon 4.
Zugegeben, er ist kein Genie, aber... ein sehr feiner Mensch.
Wo war er im Krieg, Ihr Fajnbrot? -(David) In Plaszow.
Ein Deutscher soll ihn gerettet haben, ein gewisser Schindler.
Ein Deutscher? Das glauben Sie? -(Bellen)
Da ist doch schon Wieder... -Motek.
Du sollst bei Marian bleiben und keine Deutschen reinlassen.
Ist doch selbst ein Deutscher. -Aber kein Nazi. Anständige Hundefamilie.
Hau ab! Das ist hier ein Restaurant!
Und dann? -Ja dann war es in Europa zu Ende,
und ich bin von Marseille nach Algerien in die französische Legion.
Nein, was Sie sagen. -Die hatten dort eine jüdische Brigade.
Haben Sie gekämpft auch? -Ja klar, und wie.
Gegen die Hämorriden beim Kamelreiten.
Also,
was ist, bist du dabei?
Ja, ich bin dabei.
Weiter, beeil dich.
Oh.
Entschuldigung. -Selzen Sie sich
Ja, ja. -Kommt vom Krieg, vom Krieg.
Die Aufregung. -Mhm.
Jetzt sagen die Leute meistens: "Möchten Sie Wasser?"
Und schon bin ich im Haus
Mich hat er überzeugt. -Danke.
Eigentlich, weißt du, ich war... ein Schauspieler.
Ich kann auch Hirnschlag. -Nein!
Danke schön. -Bitte. Kennt ihr Krautberg?
Krautberg? -Mit welchem Trick arbeitet der?
Mit keinem. Er ist total unbegabt, aber er weckt Schuldgefühle
bei den Deutschen.
Schuldgefühle bei Deutschen.
Meine Herren,
wir sind Teilacher.
Und teilachen...
teilachen ist nicht einfach nur etwas verkaufen.
Teilachen ist eine Kunst.
Es geht nicht darum, einen Fuß in die Tür zu stellen.
Keilen kann jeder.
Was zählt, ist die Show.
La grande opera.
Am Ende müssen euch eure Kunden...
Am Ende müssen euch eure Kunden praktisch auf Knien anflehen,
von euch etwas kaufen zu dürfen.
Und vergesst nicht,
ihr dürft nicht aussehen, als hättet ihr‘s nötig.
Die Menschen riechen so was -Die Deutschen sind misstrauisch.
Und wenn Juden kommen, ganz besonders.
Du musst nicht den Hosenstall öffnen und deinen Schmock zeigen.
Fajnbrot muss ihn nicht zeigen. Seine Nase genügt doch.
Hauptsache, ihr amüsiert euch. -Die Hüte auf, bitte.
Moment.
Jetzt muss man schön reinlegen 50 Dollar Schmiergeld in die Zollpapiere.
Diese französischen Schmöcke. Meine Herren.
Und vergesst niemals:
Hitler ist tot,
aber wir leben noch.
Wir können doch auch..
(Unverständlich)
He! -Pass auf!
Die Reifen haben kein Profil. Besser als keine Reifen.
Kirchgasse 4.
Hier muss es sein.
Also: "Plötzlich und unenivartet...
Dr. Herbert Geder, Oberstudienrat, im Alter von 55 Jahren.
In tiefer Trauer Ehefrau Inge, die Kinder Ursula und Rüdiger."
Rüdiger.
Auch ein Name. -Hm. Attacke.
Schau mich an.
Ja bitte? -Guten Tag.
Können wir mit Herrn Dr. Geder sprechen?
Aber mein... mein Mann ist doch gestorben.
VVas? -Nein, das..
Wir... haben vor 3 Wochen noch... -Fröhliches Beileid. Das ist...
Danke.
Wer, wer sind Sie? Was wollen Sie von meinem Mann?
Nur die bestellten Aussteuerpakete abliefern.
Aussteuerpakete?
Bettwäsche, Tischwäsche, feinste Ware aus Paris.
Was kosten diese Pakete?
1100.
Um Gottes willen. -Eins.
Aber das sind 2200 Mark.
Nicht ganz, es sind 1800 Ihr Mann hatte..
400... angezahlt.
Gut, dann. ..
Wehrmann.
Wehrmann.
Ich, ähm... Ich bin morgen nicht da.
Du bist morgen nicht da? -Ja, stell dir vor.
Morgen nicht da? -lch habe einen Termin.
Darf man keinen Termin haben? -Na sicher.
Ist es was Schlimmes? -Nicht schlimmer als eine Tour mit dir.
Man wird doch wohl noch fragen dürfen.
Aber dann lasse ich es eben.
Setzen Sie sich, Herr Bermann.
Guten Tag.
Ich bin Special Agent Sara Simon.
Sergeant Harold Ledermann protokolliert unser Gespräch.
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