The first 200 lines.
1957 beendete Orson Welles die Dreh- arbeiten für "Im Zeichen des Bösen"
und fertigte die 1. Schnittfassung an. Das Studio sah Verbesserungspotenzial,
drehte zusätzliche Szenen und schnitt den Film neu.
Welles schrieb daraufhin sofort ein leidenschaftliches 58seitiges Dossier,
in dem er um Schnittänderungen bat.
Die vorliegende Version versucht, dieser Bitte zu entsprechen
und den Film so zu zeigen, wie Orson Welles ihn sehen wollte.
"...Ich schließe dieses Dossier mit der sehr ernsthaften Bitte
um Ihre Zustimmung zu dieser kurzen Skizze,
an der ich so lange und hart gearbeitet habe." - Orson Welles
Sind Sie Bürger der Vereinigten Staaten?
- Ich schon, ja. - Wo sind Sie geboren, Miss? - Mrs!
- Was? - In Philadelphia. - Unser Name ist Vargas.
He, Jim! Weißt du, wer hier ist?
Klar, Mr. Vargas! Wieder Drogenhändlern auf der Spur?
- Eher 'nem Schoko-Shake für meine Frau. - Ihre Frau?
Gerade so eben, Officer.
Kann ich passieren?
- Man hört, Sie haben die Grandi-Bande gesprengt? - Der Boss ist geschnappt?
Nur einen von ihnen. Die Grandis sind eine große Familie.
- Nichts eingekauft, Mr. Linnekar? - Ich hab da so ein...
- Sind Sie US-Bürgerin? - Da ist so ein tickendes Geräusch!
Wirklich! Ich hab da so ein tickendes Geräusch im Kopf!
Mike, jetzt sind wir zum 1. Mal zusammen in meinem Land!
Und ich habe dich seit über einer Stunde nicht geküsst!
- Was ist passiert? - Der Wagen von eben ist explodiert.
- Wie konnte das passieren? - Ich versuche, es herauszufinden.
Geh lieber nicht näher ran. Unser Schoko-Shake muss wohl warten.
- Mike, kann ich nicht... - Susie, sei vorsichtig!
- Das könnte schlimm werden für uns. - Für uns?
- Für Mexiko. Aber solange ich hier bin, kann ich sowieso nichts tun. - Also?
Also versuche ich, nicht zu lange wegzubleiben. Geh, Liebling.
Warte im Hotel.
- Blaine! Ich dachte, Sie wären wieder in Washington. - Erst morgen.
Da kommt Schwartz von der Staatsanwaltschaft.
- Wer ist hier zuständig? - Ich weiß nicht mal, was los ist.
Warum sind Sie nicht beim Drogenprozess?
Grandi? Ich wollte morgen früh fliegen, aber jetzt...
- Diese Sache hier? - Ja...
- Die Bombe kam von der mexikanischen Seite. - Das Auto kam von dort.
Er sagt, Sie verstehen nicht, was er will.
- Oh, doch. - Er hat Ihnen das Leben gerettet.
Sagen Sie ihm, dass ich verheiratet bin
und dass mein Mann ein hoher Regierungsbeamter ist,
der bereit und in der Lage ist, ihm die Zähne auszuschlagen.
- Es geht ja um Ihren Mann. - Über ihn will er sprechen.
"Folgen Sie umgehend dem Jungen. Wir haben etwas Wichtiges für Mr. Vargas."
Na ja, was hab ich schon zu verlieren?
Antworten Sie nicht.
Also los, Poncho!
Wieder über die Grenze?
He, Doc, da kommt der Staatsanwalt!
- Wo ist Captain Quinlan? - Er ist unterwegs.
Der alte Hank ist wohl der Einzige, der die Explosion nicht gehört hat.
Furchtbare Sache. Wurde die Tochter benachrichtigt?
Sie wird gerade geholt, um ihren Vater zu identifizieren.
Vor 1 Stunde gehörte Linnekar noch die ganze Stadt.
Jetzt muss man ihn vom Pflaster kratzen.
Das ist wohl mein Vater.
Miss Linnekar, können Sie auch die Frau identifizieren?
- Ich kenne die Freundinnen meines Vaters nicht. - Okay, Miss Linnekar.
Da kommt Hank endlich!
- Sie haben vom berühmten Hank Quinlan gehört? - Ich lerne ihn gerne kennen.
Das glauben Sie!
Hat man sie reingeworfen, oder wurde der Wagen vorher präpariert?
- Von wem? - Vom Täter, du Trottel!
Sehen Sie sich mal das süße Baby an!
Mein Neffe sagt, Sie haben ihn "Poncho" genannt. Warum?
- Warum nennen Sie ihn so? - Zum Spaß.
Auf dem Zettel steht, dass Sie etwas für meinen Mann haben.
Señor Vargas, hm? Wissen Sie, wer ich bin?
- Soll ich raten? - Ich heiße Grandi.
Sie kennen den Namen?
Abgesehen von dem Fall meines Mannes gibt es einen Nachtclub, der so heißt.
Ja... "Grandi's Rancho Grande".
Meine Waffe!
Das sollte ein Witz sein.
- Kapiert? - Ich kann nicht sagen, dass ich's besonders witzig finde.
Das ist kein mexikanischer Name. Ich habe einen Waffenschein.
Die Grandis leben schon lange in Los Robles. Manche in Mexiko, manche hier.
- Das ist sicher praktisch für die Geschäfte. - Ach ja?
- Welche Geschäfte? - Grandi-Geschäfte.
- Ach ja? - Ja!
Wissen Sie, was Ihr Fehler ist? Sie haben zu viele Gangsterfilme gesehen.
- Mike verdirbt Ihnen den Spaß. - Mike? - Mein Mann. Ja!
Und wenn Sie uns Angst machen wollen, will ich Ihnen mal was sagen!
Ich bin vielleicht ängstlich. Er nicht.
- Sie meinen also, es war 'ne Bombe? - Vielleicht war's auch ein Blitz.
- Wo ist die Tochter? - Marcia? Die wartet schon auf Sie.
- Lasst sie gehen. - Sie wollen sie nicht mal vernehmen?
Lasst sie gehen und beschattet sie.
- Mal sehen, ob irgendein Weib Linnekar kannte. - Sie war Striptease-Tänzerin.
- Na, sieh an! Der Staatsanwalt! Im Frack! - Na ja, wir waren...
- Du auch! - Wir waren alle beim Bankett. - Politische Veranstaltung?
- Nein, in "Tootsie's Steakhouse". - Aha, Kriminal- und Finanzleute...
Eine ganz hübsche Party für Rudy Linnekars Feuerwerk.
- Sogar 'n Mexikaner ist eingeladen? - Mr. Vargas ist nicht zuständig.
Hoffentlich. Man sprengt die Leute in meinem Revier mit Dynamit in die Luft!
Wer sagt Ihnen, dass es Dynamit war?
- Mein Bein. - Was? - Sein krankes Bein.
Manchmal hat er so ein Stechen, wie andere Leute beim Wetterwechsel.
Er nennt es Intuition.
Vargas glaubt, dass der Mord außerhalb unserer Grenzen verübt wurde.
Wir werden natürlich alle kooperieren, keine Sorge...
Ich bin nur das, was die UNO "Beobachter" nennen würde.
Jedenfalls reden Sie nicht wie einer. Wie ein Mexikaner, meine ich.
Sie werden keinen Ärger mit mir haben.
Darauf können Sie Ihren Hintern verwetten.
Mike sucht mich sicher schon, und das bedeutet bestimmt Ärger.
Was ist daran so komisch?
Er will wissen, ob Ihr Mann jemals eifersüchtig war.
Dummes, kleines Schwein!
- Von wem sprechen Sie? - Von Ihnen! Sie lächerlicher,
altmodischer, windschiefer Tyrann!
Das habe ich nicht verstanden. Sie müssen langsam sprechen.
Ich spreche langsam. Aber gleich fange ich an zu brüllen.
Das würde ich nicht tun, Señora.
Vor kurzem war das hier noch eine friedliche kleine Stadt!
- Und jetzt kommt dieser Vargas... - Mr. Grandi...
Sie haben etwas für meinen Mann. Wird's nicht Zeit, es mir zu geben?
Wird Zeit, dass er meinen Bruder in Mexico City freilässt. Ein guter Rat.
Das ist es, was ich für ihn habe.
Dann ist die Konferenz jetzt vorbei?
- Ich bin frei und kann gehen? - Frei?
Niemand hat Sie festgehalten, Mrs. Vargas.
Niemand hat Sie angefasst.
Sie haben uns nur einen kleinen Besuch abgestattet.
Auf Wiedersehen.
Quinlan, wir können nicht einfach so nach Mexiko rüber.
- Das machen doch Tausende. - Touristen. - Gut, dann sind wir Touristen.
Quinlan will Nachforschungen über das Mädchen im Auto anstellen.
Sie war Striptease-Tänzerin, das sagte ich schon.
- Ja, bevor ich die Ranch verließ. - Richtig.
Und ich sagte, dass ich alle Tänzerinnen in dem Laden sehen will.
Das ist mexikanisches Gebiet! Was können wir tun?
Es ist Besuchern nicht verboten, Fragen zu stellen. Stimmt's, Vargas?
Wo ist er hin?
- Susie! Wo warst du denn? - Mike, Liebling! - Was ist passiert?
Warte, ich erzähl's dir. Eine verrückte Geschichte...
- Wer ist das Weib? - Seine Frau. - Sieh mal einer an.
Die sieht auch nicht gerade mexikanisch aus.
Der Schlüssel zu der ganzen Sache ist das Dynamit.
Der Mörder wollte Linnekar nicht nur töten, sondern vernichten. Auslöschen.
Hierher, Vargas. Wir gehen hinten rum.
Señor Vargas!
Señor Vargas!
Ja?
Ist irgendwas passiert, Vargas?
Nein, ich hab ihn nur nicht erwischt.
Ich hab ihn kaum gekannt.
- Adair, kommen Sie. - Ja... Mit Ihnen bin ich noch nicht fertig!
- Die Show ist vorbei. Ich gehe. - Nein!
Wir werden feststellen, dass keiner die Ermordete gekannt hat.
- Ich muss mit dieser jungen Dame reden. - Cita? Ich kannte sie nicht.
Sie kam erst vor ein paar Tagen dazu.
- Wir verschwenden hier unsere Zeit. - Das würde ich nicht sagen. Adieu.
- Was ist denn mit Menzies und Vargas? - Die werden schon kommen.
- Pianola... - Hank, wir gehen hier lang!
Hat Tanya immer noch geöffnet?
Warum glaubt Quinlan, dass sie was damit zu tun hat?
Vielleicht kocht sie ihm Chili oder holt die Kristallkugel heraus.
Wir haben geschlossen.
- Hast du um diese Zeit gekocht? - Ich mache nur sauber.
Hast du deinen alten Freund vergessen?
- Ich sagte doch: Wir haben geschlossen. - Ich bin Hank Quinlan.
Ich hab dich nicht erkannt.
Du solltest aufhören, Schokoriegel zu essen.
Entweder liegt's an den Schokoriegeln oder am Schnaps.
Ich muss sagen, ich würde lieber von deinem Chili fett werden.
Aber du siehst wirklich gut aus.
- Du bist ein Wrack, Schätzchen. - Ja...
Das Pianola weckt Erinnerungen.
Die Gäste fliegen drauf. Es ist so alt, dass es schon wieder neu ist.
Wir haben auch Fernsehen.
Wir zeigen Filme. Was kann ich dir anbieten?
Du hast nicht zufällig was über die Bombe gehört?
- Das war auf eurer Seite der Grenze. - In so einem Laden hört man einiges.
Ich habe die Explosion gehört.
Wenn dieser Fall geklärt ist, komm ich mal vorbei und probiere dein Chili.
Pass auf, vielleicht ist es zu scharf für dich.
- Hank! Sieht so aus, als hätte unser Freund Vargas Schwierigkeiten. - Wo?
- In der Gasse hinter dem Nachtclub. - Ach ja?
Also, was war jetzt mit Vargas?
- Nichts. - Ach nein? - Al!
- Es hatte nichts mit der Bombe zu tun. - Es war ein Säure-Attentat.
- Egal. Er hat mich verfehlt. - Wer war es, Al?
Keine Ahnung, er ist entkommen. - Das war einer der Grandi-Jungs.
- Warum sind Sie da so sicher, Captain? - Intuition.
- Intuition? - Vargas und seine Spiel- zeug-Cops haben der Familie Grandi
in letzter Zeit das Leben schwer gemacht.
Hat Ihre Intuition auch was über meine Frau gesagt?
Sie wurde auf der Straße angesprochen und in eine US-Spelunke gebracht.
Die Familie Vargas scheint heute ja eine Menge Schwierigkeiten zu haben.
- Können Sie diesen Mann beschreiben? - Der erste...
- ...war wohl jung, sah gut aus - ...und war Schuhverkäufer.
Eher nicht.
Wurde sie mit Gewalt entführt?
Nein, nicht mit Gewalt. Einer der Grandis wartete auf sie.
- Klein, dick, mit Schnurrbart... - Onkel Joe. - Was?
- Man nennt ihn "Onkel Joe Grandi". - Genau.
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