The first 200 lines.
An meinem zehnten Geburtstag ging mein Vater zum ersten Mal mit mir jagen.
Das war seine Art, mir zu sagen, dass ich bald erwachsen sein würde,
seine Art, mir etwas übers Leben beizubringen.
Schweigend folgte ich ihm, in dem Wissen, dass der erste Schuss
meine Unschuld und Kindheit für immer auslöschen würde.
Er hatte es nicht eilig, ein Tier zu töten.
Zuerst wollte er, dass ich den Unterschied
zwischen Jäger und Fährtensucher verstehe.
Der Jäger tötet seine Beute.
Der Fährtensucher versteht sie.
Er wird eins mit der Natur, spürt ihre Kraft, hört ihren Ruf.
Das Fährtenlesen ist eine heilige Aufgabe.
Es findet seinen Ursprung im Ursprung der Menschheit.
Ein Fährtensucher bewahrt unsere Geschichte.
Der Jäger zerstört sie.
Doch dann kommt der Moment, in dem beide eins werden.
In diesem Moment sagte er zu mir:
"Das bedeutet es, ein Mann zu sein."
Hakansson, wir haben deine Frau und deine Tochter.
Eine halbe Million, wenn du sie lebendig wiedersehen willst.
Heute Nacht um elf Uhr, Route 39, Kilometer 28.
Du allein. Keine Polizei. Keine Polizei, hast du verstanden?
-Los, rein. -Wo bringt ihr uns hin?!
Lass mich los!
Los, ins Auto.
Helft mir!
Hilfe, ich bin krank, helft mir!
Hey!
Mach dir keine Sorgen, Liebling. Alles wird gut.
Dein Papa kommt bald, okay?
-Der Gefangene ist entkommen! -Okay, wir kümmern uns drum.
Los geht's, Jungs!
Steigt ein!
-Mami! Mami! Mami! -Nein!
-Lass mich los! Nein! -Mami! Mami!
Habt ihr sie gefunden?
Ja, das haben wir, heute Morgen.
Wo sind sie?
Es tut mir leid.
Mr. Hakansson, hier ist Kommissar Laterza, ich muss Sie treffen.
Ich habe Informationen, was Ihre Familie betrifft.
Wir treffen uns Mittwoch um 16 Uhr im Café La Pizzeretta in Tarent.
Okay, sind fast da.
Ja, vielleicht noch so eine Stunde?
Hey, sei mal ehrlich.
Ist es nicht aufregend, dass wir zwei oder drei Jahre
in einem kleinen Städtchen hier im Süden Italiens wohnen werden?
Sehr aufregend, ja.
-Wirklich? -Ja.
Okay.
Mr. Hakansson.
-Das ist richtig, ja. -Es freut mich, dass Sie gekommen sind.
-Ein langer Flug von L.A. -Ja.
-Oder? -Ja.
Ich habe alle Rechnungsinformationen...
Ich könnte Sie ein bisschen herumführen,
-das ist ein sehr schönes Gebäude. -Nein, schon okay.
-Okay. -Die Schlüssel noch, bitte.
-Natürlich! Hier sind sie. -Danke sehr.
Rufen Sie mich an, wenn es Probleme geben sollte.
-Okay. -Rufen Sie mich an, wann auch immer.
-Das werde ich. Danke. -Vielen Dank. Tschüs.
Danke.
-Alles okay? -Ja.
Wow!
Okay.
-Geht's dir gut? -Ja.
Schön, oder?
Ja.
Ich muss mich setzen.
-Nicht übel. -Ich liebe es.
-Ich kann hier eine Weile bleiben, und du? -Ja.
Willst du denn der müden Schwangeren nicht beim Auspacken helfen?
Ich muss die Babys tragen und sie zur Welt bringen.
Danke, dass du hier bist.
Dachtest du, du kannst mich schwängern und mit diesen zwei Kerlen allein lassen?
Jungs? Bist du sicher?
Das willst du doch, oder?
-Das ist mir egal, solange sie... -...deine sind?
Nein! Solange sie gesund sind.
Und meine sind!
Die Stadt wird mir fehlen.
Nein. Dort, wo ich dich hinbringe, wirst du glücklicher sein.
Aber man gewöhnt sich an Orte und an die Leute.
Das ist es nicht wert.
Wir haben diesen Ort zwar erobert, Giada, aber wir waren hier nie willkommen.
Giordano ist kurz davor, uns zu verraten.
Soll ich?
Ja.
Ja.
-Hallo. -Kommen Sie rein.
Hallo, Kommissar Graziani.
Ich bin hier verabredet, mit Hauptkommissar Giordano.
Er ist nicht hier.
Können Sie bitte jemand anders kontaktieren?
Danke.
Sartori... Ja, er ist hier.
-Er kommt in einer Minute. -Vielen Dank.
Leotrim.
Kommissar Giordano.
Sie müssen nicht nervös sein, keiner kann uns hier hören.
Ich vertraue nicht mal den Fischen, wenn Sie mich fragen.
Sie können mir vertrauen, dem guten alten Leotrim.
Keine Sorge.
Ich habe nicht vor, einen Polizisten zu töten, zumindest nicht heute.
Vergessen Sie da nicht etwas?
Lupo kriegt seine nächste Lieferung pünktlich am Mittwoch um zwei Uhr morgens
über Land, nicht über See.
-Über Land? -Autos.
Was geschieht als nächstes?
Wartet, bis sie durch sind und dann könnt ihr ausliefern.
Das mache ich dann so, danke.
Ich will das Doppelte.
Glauben Sie mir, das wollen nicht nur Sie.
Gut.
Nein, bleib sitzen. Graziani?
-Aus Turin? -Ja, Signore.
Kommen Sie mit. Das hier ist Ihr Büro.
Entschuldigen Sie, aber was ist das, bitte?
Was das ist? Sie fangen ganz von vorne an.
Ein, zwei Wochen in einem Dorf und dann kommt die Beförderung in der Großstadt.
-Das wollten Sie doch, nicht? -Nein, das wollte ich nicht.
-Verzeihung, haben Sie etwas gegen mich? -Ja. Willkommen in Tarent.
Und viel Erfolg.
-Fahr doch zur Hölle... -Bitte, was?
Eine Höllenhitze, mir ist wirklich sehr heiß.
Toller Anfang.
Er sitzt noch immer hier.
Ciao, Luigi!
Verzeihung, Sir, aber wir schließen.
Entschuldigen Sie, bitte...
Kennen Sie zufällig einen Kommissar Laterza?
-Nein, haben Sie etwa auf ihn gewartet? -Ja.
Er hat sich leider vor vier Tagen das Leben genommen.
-Sind Sie sicher? -Es tut mir leid.
Okay.
Und wo hat er denn gewohnt?
Das letzte Haus die Straße runter.
HIER NICHT WILLKOMMEN
Hey!
-Da ist er endlich. -Hallo, meine Schöne.
-Du siehst aber fertig aus. -Das bin ich.
Du kannst dir nicht vorstellen, was für einen Tag ich hatte.
So schlimm war's? Und hast du einen Fall gelöst?
-Willst du meine Schlachtwunden sehen? -Ja.
Okay.
Sieh nur.
Guck da.
-Ich kann hier keine Schusswunden sehen. -Nein, guck dir das an.
Eine Papierschnittwunde.
Das da ist ein Karpaltunnel.
Papierkram, ja?
Was liest du da?
Okay, hör gut zu.
"April ist der grausamste Monat, bringt Flieder aus der dürren Erde hervor,
vermischt Erinnerung mit Sehnsucht und rührt stumpfe Wurzeln mit Frühlingsregen."
Weiß er, wer du bist?
Er ist tot, und er lebt schon seit langer Zeit nicht mehr.
Und er schreibt hier über den Monat April.
Ich bin froh, dass er tot ist.
Ich will, dass unsere Kinder ein paar gute Gedichte kennen.
Deswegen liebst du doch auch mich, einen eifersüchtigen Bullen.
-Schließ die Augen. -Wieso?
Ich will dich glücklich machen.
-Los, zumachen. -Okay.
-Das tut jetzt aber nicht weh? -Nein.
Aufmachen.
Trink es leise, ich gehe nämlich jetzt schlafen.
Danke.
Habe ich dir schon mal gesagt, dass ich dich liebe?
Ja, ich weiß.
Hey! Was soll das alles?
Wieso folgst du mir, sag schon. Wieso?!
Wieso folgst du mir?
Aus mir kriegst du nichts raus.
Wieso?! Wer bist...
Entschuldigung? Hören Sie...
Wo ist die Polizei? Die Polizei... Da lang?
Graziani!
-Graziani! -Ja? Ich komme!
-Haben Sie kurz Zeit? -Ja.
Kommen Sie her, Mr. Hakansson ist ein Freund.
Graziani.
Befragen Sie ihn, so wie wir es besprochen haben.
Ich wüsste gern, warum Sie hier sind, Mr. Hakansson.
Kommissar Laterza, er hat mich angerufen.
Er hätte neue Informationen über das Kidnapping.
Laterza soll ihn angerufen haben? Wussten Sie etwas davon?
Laterza hat sich erschossen.
Ja, Laterza hat sich das Leben genommen.
Er verlor den Verstand und glaubte an Verschwörungstheorien.
Laterza ist total durchgedreht und hat ganz verrückte Sachen geglaubt.
Er hat verschiedene Fälle einfach so wieder aufgenommen, das war verrückt.
Ja, und darunter befand sich auch Ihr Fall.
Und die Entführung Ihrer Familie.
Und wieso hat mich dieser Kerl heute angegriffen?
Wer?
Dieser junge Kerl, so um die 20. Er hatte ein Pistole.
Ein junger Kerl, womit könnte das denn zusammenhängen?
Junger Kerl? Das war wahrscheinlich ein Überfall, das kommt vor.
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