The first 200 lines.
EIN NETFLIX ORIGINAL COMEDY-SPECIAL
AUS DEM KENNEDY CENTER IN WASHINGTON D.C.
Meine Damen und Herren, begrüßen Sie auf der Bühne
Maz Jobrani!
Was geht ab, DC?
Kennedy Center, wie geht's euch?
Mein Gott, ist das toll.
Public Enemy dachten wohl nie, dass jemand persisch tanzt...
Es freut mich, hier zu sein. Ein Traum wird wahr.
Seit 20 Jahren will ich ein Special in Washington DC drehen,
seit ich Stand-up mache.
Im Ernst, und nun passiert es wirklich. Ich freue mich.
Ich freue mich sehr.
So cool. Ich liebe DC. Es ist so vielfältig.
Zuerst will ich mein Publikum kennenlernen.
Wo sind meine Immigranten?
Immigranten, applaudiert. Lasst mal hören.
Meine Leute!
Immigranten.
Immigranten.
Jetzt die, die keine Immigranten sind. Ihr seid seit Generationen hier.
Danke, dass ihr Weißen hier seid. Vielen Dank.
Jetzt ist es offiziell. Danke.
Wie heißt du, weißer Mann?
- Ed. - Ed! Danke, Ed.
Vielen Dank. Ed hat die Lizenz, wir sind da.
Ich selbst bin im Iran geboren, in Amerika aufgewachsen.
Wo sind die Iraner? Lasst mal hören.
Ed, ich wusste, sie würden hier sein. Es gehört zum Atomabkommen.
Sie müssen auftauchen.
Danke fürs Kommen, Iraner.
Wo sind die Araber?
Weiße, wenn ihr Araber sucht, macht so... Dann melden sie sich.
Das müssen sie.
Ich könnte bei der Transportsicherheit arbeiten.
Ich würde den ganzen Tag Araber finden.
Ich würde sie austricksen: "Flüssigkeiten, Computer und...
Bitte sehr, ich habe fünf.
Ich habe fünf."
Welche Art von Arabern seid ihr?
- Syrer. - Syrer! Danke fürs Kommen, Syrien!
Ja, vielen Dank. Ja!
Syrer sind hier willkommen. Herzlich willkommen. Wir lieben euch.
Wir lieben euch, ganz genau.
So sind wir drauf.
Vielen Dank.
Das ist toll. Sind Inder hier? Inder?
Ja! Seht euch an.
Ich liebe euch auch.
So sehr, dass ich eine von euch geheiratet habe.
Es gibt eine Milliarde von euch. Die Chancen standen gut.
Entweder sie oder Chinesen.
Sind Chinesen hier? Chinesen?
Danke, chinesische Lady!
Sie müssen aufholen. Es sind viel mehr Inder hier.
Sie müssten also vielleicht...
- Wie heißen Sie? - Stephanie.
Stephanie, ein typisch chinesischer Name.
Stephanie, ein traditionell chinesischer Name.
Welche Herkunft ist hier noch vertreten?
Von wo?
- Pakistan! - Moment.
Pakistan, nicht so schreien. Ganz ruhig.
Dieser Typ...
Habt ihr keine Nachrichten gesehen?
Pakistan!
- Was? - Aserbaidschan.
- Aserbaidschan. Und was war das? - El Salvador!
El Salvador, Aserbaidschan. Applaus für beide.
Leute, Netflix ist jetzt international.
Das Ziel ist, jedes Land zu erreichen.
Ich frage das alles aus gutem Grund. Ich möchte auf etwas hinweisen.
Menschen von überall kommen nach Amerika.
Wir sind Immigranten und lieben Amerika.
Wir kommen her und wir lieben Amerika, oder?
Es wird viel Stimmung gegen Immigranten gemacht.
Dabei lieben wir Amerika. Wir kommen ja nicht ohne Grund hierher.
Wir leisten unseren Beitrag in Amerika.
Wir wirken mit...
auf geschäftlicher und intellektueller Ebene.
Selbst kulturell.
Ich leiste nun einen kulturellen Beitrag.
Seid ihr bereit? Ich bringe euch bei, was wir im Iran machen.
Nehmt es an, ihr könnt es nutzen.
Ed, wenn du je ein Lied singst und dabei nicht weiterkommst,
zeige ich dir, wie du da rauskommst.
Kennst du den Text nicht, machst du so...
Ja, das ist was Iranisches. So bewältigt man jeden Song.
Wirklich jeden Song, wie zum Beispiel "Fight the Power".
"Lai, lai, lai" funktioniert immer.
Ed, du singst "Eine kleine Spinne" und kommst nicht weiter.
Das ist alles.
So kann man sich wunderbar aus einem Lied retten.
Wenn ich beim Baseball je die Nationalhymne singe,
merkt ihr, wenn ich hänge.
Ich werde beim Spiel der Washington Nationals sein.
Ja! Ganz genau so.
So singe ich die Nationalhymne.
Dann wird man mich abschieben.
Mein Gott.
Wenn wir von Abschiebung reden. Trump ist Präsident...
Ja, ich kann es selbst nicht glauben.
Jedes Mal, wenn er redet, warte ich darauf, dass er sagt:
"Live aus New York am Samstagabend!"
Man denkt: "Mein Gott, das war der längste Sketch aller Zeiten."
Mir ist klar, dass manche von euch ihn gewählt haben.
Manche Immigranten wählten Trump.
Sie wollten weniger Steuern zahlen, jetzt haben sie weniger Familie.
Ja. So etwas passiert.
Beim Einreiseverbot für Moslems...
Leute fragten: "Hast du Angst davor?"
Ich: "Nein, habe ich nicht."
Ich bin nämlich gar nicht sehr religiös.
Ich wurde im Iran geboren.
Ich bin aber nur so ein bisschen muslimisch.
So muslimisch bin ich:
Ich würde als Moslem im Film überzeugen.
Man würde mich im Kino sehen. "Allah u Akbar!"
"Oh, er ist super, sieh nur. Wow.
Er spricht die Sprache. Wow.
Er ist...
Er spricht fließend muslimisch."
Doch ich bin nicht sehr religiös. Sonst müsste ich im Ramadan fasten.
Ich faste nicht.
Ich dürfte nicht trinken, was ich tue.
Ich müsste fünfmal täglich beten. Ich bete aber nicht.
Ich bete nur, wenn ich beinahe in einen Unfall gerate.
Und dann auch nur: "Jesus!"
Es ist der falsche Gott!
Ich sage "Jesus", weil es schneller geht. "Jesus!"
"Oh, Mohammed!" ist zu lang.
Es dauert zu lang.
Zu lang.
Sagt man "oh, Mohammed", gerät man in einen Unfall.
Im Krankenwagen dann: "Ich hätte Jesus nehmen sollen."
Versteht ihr, was ich meine?
Ich meine ja nur.
Ich war nicht sehr besorgt wegen des Verbots.
Doch mein Cousin Majid hatte schlechte Karten.
Er ist ein echter Moslem. Er betet.
Er fastet während des Ramadans. Er muss einfach weg.
Das sagt Trump. Er muss weg hier.
Er ist echt nett, aber er muss weg.
Wenn das FBI zu mir kommt und fragt:
"Sind hier Moslems?" Dann sage ich: "Ja, Majid."
Ich werde nicht das FBI anlügen.
Eigentlich war es traurig.
Ich bin ja Iraner und meine Frau ist Inderin.
Unsere Kinder sind also dunkler.
Als Trump gewann, kam meine sechsjährige Tochter.
Sie hatte Angst und fragte: "Werde ich abgeschoben?"
Ich sagte: "Nein, das passiert nicht. Du wurdest hier geboren und bleibst hier.
Aber Cousin Majid muss fort.
Verabschiede dich von ihm."
Als Comedian war es schwierig, mit Trump mitzuhalten,
weil er ständig so verrückten Mist sagt.
Es war echt hart. Vielleicht erinnert ihr euch daran.
Er gab mal eine Pressekonferenz.
Ich sah sie mir an und hatte wegen der Pressekonferenz Mitleid mit ihm.
Er gab völlig grundlos Informationen preis.
Niemand hat ihn gefragt, er entschied: "Jeder soll wissen:
Ich gewann mit den meisten Wahlmänner-Stimmen
seit Ronald Reagan."
Der Reporter: "Sir, Barack Obama hatte mehr Stimmen als Sie."
Er: "In Ordnung.
Aber ich war der Republikaner mit den meisten Stimmen
seit Ronald Reagan."
Und der Reporter: "Sir, es ist so.
George Bush senior hatte mehr Wahlmänner-Stimmen."
Er: "Gut, ich war der Republikaner mit den meisten Stimmen
in dieser Wahl, einverstanden?"
Ich wünschte, das hätte er gesagt.
Stattdessen sagte er: "Das hat man mir gesagt."
Wer hat Ihnen das gesagt?
Jemand auf der Toilette? Im Ernst?
Sagte jemand auf der Toilette: "Sie haben die meisten Stimmen..."
"Darf ich das der Welt erzählen?"
Leute, er tat mir leid, weil mir bewusst wurde,
dass er für das Amt des US-Präsidenten nicht qualifiziert ist.
Er ist es nicht.
Hört zu, ich will euch etwas sagen.
Es ist nicht nur er. Niemand von uns ist qualifiziert...
Wobei, wir sind im Kennedy-Center. Also vielleicht zwei.
Doch die meisten sind nicht für das US-Präsidentenamt qualifiziert,
den wichtigsten aller Jobs.
Es ist keine Managerposition im Schnellrestaurant.
Nur bei diesem Job will man einen Neuling.
Jemanden, der das noch nie gemacht hat und sich mal ausprobieren kann.
Niemand sagt: "Ich möchte einen Chirurgen-Neuling.
Jemanden, der noch nie operiert hat...
und der mein linkes Auge in mein rechtes setzt."
So jemand ist aktuell unser Präsident.
Nicht qualifiziert.
Das erste Geheimdienst-Briefing stelle ich mir so vor:
Er sagte sicher etwas wie: "Wow! Es gibt so viele Länder!"
Was meint ihr?
Er sagt: "Wow, Malta ist ein Land? Ich dachte, es wäre eine Eissorte.
Madagaskar ist kein Animationsfilm? Was?"
Er kennt wohl nur Mar-a-Lago.
Jede Woche Mar-a-Lago.
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