The first 180 lines.
ODER LEBEN IN DEN WÄLDERN VON HENRY D. THOREAU
Im Namen der Biene
und des Schmetterlings
und der sanften Brise.
Amen!
Hab ich dich!
Bitte geh weg. - Ich bin gerade erst hier.
Ich möchte lieber allein sein.
Willst du mal ziehen?
Na gut.
Was liest du?
Walden.
Von Thoreau. Hast du's gelesen? - Ich hab aufgegeben.
Ich find's unglaublich.
Ein Leben in Abgeschiedenheit, ganz allein in der Natur.
Ach, so würde ich gern leben.
Warum?
Weil die Wildnis so ...
ehrlich ist, so zuverlässig.
Während einen die Menschen immer nur verletzen.
Sag mir, wer dich verletzt hat.
Sue.
Oh. Du bist immer noch böse, weil sie nach Boston gezogen ist?
Ich will nicht darüber reden.
Austin hat sie einen Brief geschickt und meinen nicht beantwortet.
Hey, ihr versöhnt euch wieder. - George ...
Wenn's dir nichts ausmacht, hätte ich gern etwas Freiraum.
Allein, hier bei meinem Baum.
Da kommen noch mehr, die deine Einsamkeit stören.
Die Trasse der neuen Bahn wird hier entlang führen.
Was machen die hier?
Das sind wohl Vermesser für die Eisenbahn. Der Bau soll morgen beginnen.
Das weiß ich, aber wieso durch unseren Wald? Das ist Privatbesitz.
Vielleicht hat dein Dad es erlaubt.
ALLEIN KANN ICH NICHT SEIN
Dad, das darfst du nicht.
Wie bitte? Was denn? - Lass sie nicht den Wald abholzen.
Betritt man so mein Büro? Klopfst du nicht an?
Entschuldige, aber das ist ein Notfall. Sie fangen draußen schon an. - Natürlich!
Morgen beginnt der Bau der Strecke Amherst-Belchertown. - Du bist aufgeregt.
Wie meine Töchter. In Zukunft können sie die besten Kleider aus New York kaufen.
Sie sind förmlich im Eisenbahn-Fieber.
Ich bin auch im Eisenbahn-Fieber. - Die ganze Stadt.
Dann sind alle krank, wenn sie denken, der Zug fährt durch diesen Wald.
Liebes, er wird durch unseren Wald fahren. Es ist die effizienteste Strecke.
Effizient? Was bringt es,
unseren friedlichen, stillen Wald mit Lärm, Qualm und vielen Menschen zu füllen?
Emily, ich fürchte, du wirst den Fortschritt nicht aufhalten.
Die Papiere sind schon unterschrieben. - Dürfen sie deshalb meinen Baum fällen?
Deinen Baum?
Die große Eiche, die Urgroßvater gepflanzt hat.
Falls es nötig ist, dann ja.
Dad, bitte, ich flehe dich an.
Ich liebe diese Eiche. Ich brauch diesen Baum.
Dort bin ich immer, wenn ich denke, oder zuhöre.
Wenn du sie den Baum töten lässt, tötest du mich.
Sind Ihre Töchter etwa auch so? - Meistens, fürchte ich.
Ich habe sie nicht zu einer irren Heidin erzogen.
Emily.
Ich schäme mich für dich. - Du schämst dich für mich?
Wieso? Weil ich mehr an meine Eiche hänge als Klamotten aus New York?
Ich hab auch 'nen Anzug bestellt.
Verräter.
Ithamar, ich entschuldige mich.
Äh, ist nicht nötig. - Meine Tochter beschämt mich zwar,
aber vielleicht macht mein Sohn einen besseren Eindruck.
Austin, ich habe eine Idee.
Wie du weißt, ist morgen Nachmittag der erste Spatenstich für die neue Eisenbahn.
Die ganze Stadt wird dort sein.
Ich denke, ein Beitrag von einem Mitglied unserer Familie wäre angemessen.
Woran hast du da gedacht?
Ich habe gedacht, du könntest vielleicht ...
ein Gedicht schreiben.
Äh ...
Bist du sicher, ich bin der Richtige? - Natürlich, mein lieber Junge.
Wer sonst?
William Austin Dickinson, du bist mein einziger Sohn.
Und du bist ein Mann, der ungewöhnlich intelligent und talentiert ist.
Ich bin sicher, du wirst diese Situation meistern.
Ich denke, ich könnte es versuchen. - Das ist mein Junge!
Es wird ein Erfolg für die Dickinsons. - Hört, hört!
Und sobald dieser Zug in Betrieb ist ...
wirst du den alten Baum sicher vergessen haben.
Wirklich, ihre Manieren sind unmöglich.
Hey, was ist passiert? Warst du bei deinem Vater?
Ich hab keinen Vater. Oder einen Bruder. Ich hab niemanden. - Du hast mich.
Ich will niemanden, George. Ich will einfach nur für mich sein.
Ist aber schade. Ich wollte mit dir abhängen.
Ich kann nicht. Ich werde verreisen. - Wohin denn?
Nach Walden. - Du willst nach Concord? Wieso?
Ich besuche Thoreau. Er könnte mir helfen.
Helfen? Wie denn? Ist er nicht ein verschrobener Eremit?
Er ist Umweltschützer. Er liebt die Natur mehr als sonst wer auf der Welt.
Oder in Massachusetts.
Wenn ich ihm erzähle, was sie vorhaben, unternimmt er etwas.
Vielleicht schreibt er einen Protestbrief. Ihm wird man zuhören, wenn nicht mir.
Okay, gut. Ich komme mit dir.
Nein! Ich will allein reisen.
Komm schon, das darfst du nicht. Es ist zu gefährlich.
Eine Lady reist in Begleitung, und ...
ich hab Lust auf einen Ausflug.
Das war's dann mit der Abgeschiedenheit.
Hi.
Hi.
George, komm endlich!
Was hast du so lange gemacht?
Ich hab einen Haufen Snacks. - Ich hab gar keinen Hunger.
Wir haben eine lange Reise vor uns. Wir brauchen Proviant.
Okay, was hast du? - Erdnüsse, Popcorn,
Lebkuchen, Donuts ... - Okay.
Ich hab jetzt schon Bauchweh. - Oh. Und ein paar Toffees.
Wir haben eine Kutsche nach Northampton verpasst.
Jetzt müssen wir auf die nächste warten.
Es wird viel bequemer sein, wenn der Zug direkt nach Amherst fährt.
Bequemer, effizient ... Soll denn wirklich alles schneller werden?
Manchmal ist langsamer besser.
Was hast du gegen Technologie?
Thoreau sagt: "Wir fahren nicht die Eisenbahn, die Eisenbahn fährt uns."
Ich fürchte, ich mag diesen Kerl nicht. - Wieso kommst du dann mit?
Weil ich gern bei dir bin.
Ist ... Ist das ...
Lavinia!
Ich dachte, du wärst die Verrückte.
Noch ein Brief an Sue? - Irgendwann muss sie antworten.
Du investierst viel in die Freundschaft. - Vielleicht hat sie mir geschrieben
und der Brief ist verloren gegangen.
Oder mein Bruder hat ihn gestohlen. Das würde zu ihm passen.
Oder vielleicht hat sie mein letzter Brief verärgert.
Warum? Was stand drin?
Dass sie mich gefesselt im Irrenhaus der Liebe gefangen hält.
Würdest du mir das sagen, wäre ich begeistert.
Danke.
Denkst du, dass Sue und Austin noch heiraten?
Darf ich nicht schreiben? - Ich unterhalte mich gern mit dir.
Wir sitzen Seite an Seite in einem Zug, und das ...
schreit doch nach einer Gelegenheit für Interaktion. - Hm.
Wir lachen gemeinsam,
bekunden unsere unsterbliche Liebe füreinander,
diskutieren, wie viele Kinder wir wollen. Drei Jungs, zwei Mädchen?
Fantasieren, wie wir gemeinsam altern, auf der Veranda, die ich bauen werde.
Du weißt schon, versuchen, vertrauter zu werden.
Hoffentlich nicht. - Was?
Austin und Sue. Ich hoffe, sie werden nicht heiraten.
Weil es für Sue ...
nicht mehr als ein Gefängnis wäre.
Warum bist du so gegen die Heirat? Manche Menschen sind gern verheiratet.
Klar. Manche Menschen, genannt "Männer".
Nicht nur Männer. - Wäre ich ein Mann, würde ich mir immer 'ne Frau nehmen.
Jemanden, der für mich kocht und für mich putzt,
meine 500 Kinder großzieht, während ich machen kann, was ich will. Hm.
Du bist so zynisch.
Manche finden die Ehe beruhigend. Angenehm.
Ich denke nur ...
auf ewig allein sein zu wollen ... ist seltsam.
Menschen brauchen einander. Sie sterben sonst.
Thoreau sieht das ganz anders.
Mr. und Mrs. George Gould? - Ja. - Nein.
Wir sind nicht verheiratet.
Wir sind in Concord. Endstation.
Wie grün die Blätter sind. Schön. - Endlich mal raus aus der Stadt.
Ja, spähen wir Laub und Blätter aus.
Ist nicht so richtig ab vom Schuss hier.
Poesie ... Poesie ...
Die Poesie. Okay.
Poesie ...
Wie rufe ich die Muse?
Was um Himmels willen ist das? - Ist mein Kopfschmuck.
Äh ... Weswegen trägst du denn dieses Ding?
Indianer sollen mich verschleppen.
Was meinst du?
Okay, es ist so:
Heute in der Stadt sah ich Joseph Lyman Arm in Arm mit Eliza Coleman.
Er ignorierte mich völlig. Und Eliza hat nicht mal Löckchen.
Da dachte ich, vielleicht könnten mich Indianer entführen.
Ich könnte den hübschen Sohn des Häuptlings heiraten
und wäre eine Indianer-Prinzessin. Wer von uns lacht dann, Joseph, hä?
Oh, wie kommst du auf die Idee, die Indianer würden dich wollen?
Oh, Mutter!
Wow. Dieser Ort ist ja so ...
... überlaufen. - Ja, er wirkt ...
No comments yet. Be the first to leave one.