The first 172 lines.
Takumi
Irgendwie stickig hier.
In leerstehenden Räumen steht die Luft.
Lass uns mal durchlüften.
Ja.
Wollen wir’s aufteilen?
Ja.
Ich kümmer mich um die Kleidung. Übernimm du die Haushaltswaren.
Die Dokumente sortieren wir später zu Hause.
Okay.
Darf ich Geschirr mitnehmen, das mir gefällt?
Natürlich.
Wenn bei uns kein Platz mehr dafür ist, können wir auch einen Lagerraum mieten.
Such dir ruhig was aus. Du musst nicht alles entsorgen.
So viel wollte ich gar nicht.
Also, an die Arbeit.
Okay!
Dann mal los.
Journal with Witch
Episode 3: Entsagen
Was? Ich glaub’s ja nicht!
Was ist denn los?
Ach, das hier …
Die ist von Mama. Hab ich mal anprobiert.
Aha …?
Hast du deine Schuluniform etwa nicht mehr?
Ich hab meine am Tag nach meinem Abschluss entsorgt.
Wow! Sieht dir ähnlich …
Wusste gar nicht, dass sie so an Erinnerungen festhielt …
Das passt nicht zu der Person in meiner Erinnerung.
Was hast du denn da an?
Unmöglich.
Früher hätte sie so was niemals getragen.
Fragebogen zur Gesundheitsuntersuchung Name Zutreffendes bitte ankreuzen. Hatten Sie in der Vergangenheit Gesundheitsbeschwerden?
Nächste Woche
Nächste Woche
Die nächste Woche, die kommen sollte …
Das kleine Handtuch, das abgenommen werden sollte …
Die Pflanzen, die gegossen werden sollten …
Bücher, die zurückgegeben werden sollten …
Unterwäsche, die kein Fremder berühren sollte. Eine Brille …
Eine ganze Existenz kann von jetzt auf gleich aus der Welt verschwinden …
schätze ich.
Mamas Sachen stehen mir doch nicht!
Probier’s einfach mal.
Äh …
Siehst du, die Ärmel sind auch zu lang.
Die könnten wir kürzen lassen und vielleicht wächst du ja noch.
Der Kragen ist abnehmbar. Ein bestickter könnte doch hübsch sein.
Ist der nicht zu erwachsen?
Sieht doch toll aus. Du wächst da bald rein.
Nimm dir ruhig ein Andenken mit.
Hältst du nicht genauso daran fest?
Nein, ich …
Ich dachte, wir wären hier schnell fertig.
Ich gehe schon davon aus, dass wir eine Woche brauchen.
Gibt’s da keine Probleme mit deiner Arbeit?
Ich habe meinem Redakteur Bescheid gegeben.
Willst du die mitnehmen?
Oh … Ja.
Ich habe kein rotes Geschirr, also warum nicht?
So weiß man sofort, dass es deine ist.
Ja.
Im Kühlschrank …
Das mag ich. Darf ich’s mitnehmen?
Eingemachtes Gemüse? Hat unsere Mutter auch oft gemacht.
Oma?
Ja.
Ach, daher hat Mama das. Sie macht das auch oft.
Sieh an.
Huch?
Ich hab in der Gegenwartsform
über Mama gesprochen.
Komisch.
Hast du schon das Past Participle gelernt?
Hm? Äh, I have …
Und das Present Perfect Progressive?
Weiß nicht so genau.
Stell dir vor, ich habe hier ein Buch, das ich momentan lese.
Das wäre nicht „I am reading“, …
sondern eine Handlung von der Vergangenheit
bis jetzt und in die nahe Zukunft.
Weil es in dieser Zeitspanne stattfindet,
wäre es „I have been reading“, also „Ich lese seit einer Weile“.
Du hast also …
You have been thinking of them.
Es dauert an.
Es ist nicht nötig, das gewaltsam abzubrechen.
Du sprichst von Mama,
aber immer in der Vergangenheitsform.
Im Plusquamperfekt.
Ist es dir unangenehm, …
wenn ich von Mama rede?
Ich hab’s dir doch schon gesagt. Deine Gefühle sind allein deine Sache.
Es steht mir nicht zu, darüber zu urteilen.
Niemals.
Nun, solang es nicht gegen die Humanität verstößt.
Gegen die Humanität?
Das ist in Essig eingelegt, also sollte es noch gut sein.
Wir könnten es kleingeschnitten zu Sashimi oder Chirashi-Sushi essen.
Das klingt super!
Leg dich ruhig ein bisschen hin.
Wie?
Wenn deine Urteilskraft getrübt ist, wirfst du noch was Wichtiges weg.
Schon okay. Ich geh mal mein Zimmer aufräumen.
Leb wohl.
Leb wohl.
Leb wohl.
Stück für Stück verschwindet ihre Existenz.
Kaum zu glauben, …
dass ich überhaupt keine Trauer verspüre.
Schaffst du das wirklich allein?
Ja, ich geh dann mal!
Was machst du da?
Ach, nur als Andenken.
Was willst du heute Abend essen?
Pizza!
Ich hätte ein besseres Foto machen sollen.
Abschlussfeier
Kommst du morgen zur Abschlussfeier? Ernsthaft? lol Können wir morgen vor der Feier reden? Ich warte am Schuhschrank auf dich!
Ganz vergessen. Wollte schon meine Schuluniform wegschmeißen.
Danke!
Asa!
Emiri? Was ist los?
Asa, ich …
Fräulein Takumi.
Komm bitte ins Lehrerzimmer.
Okay.
Asa, hör mal, ich … ich …
Fräulein Nara, klärt das bitte später.
Es muss jetzt sein!
Ich habe meiner Mutter davon erzählt.
Und sie hat einfach unseren Lehrer angerufen.
Dann hat es die Runde gemacht, was mit deiner Familie passiert ist …
Es tut mir leid, Asa!
Tut mir leid!
Ich habe mehrfach angerufen.
Ich war lange nicht mehr zu Hause.
Du lebst momentan bei einer Verwandten?
Könnte ich ihre Nummer …
Ist das jetzt nötig?
Gleich ist doch die Abschlussfeier.
War es wirklich nötig, …
es allen zu erzählen?
Aber wenn sie nicht im Bilde sind,
könnten sie dich unbedacht mit Worten verletzen.
Darum habe ich nicht gebeten!
Fräulein Takumi.
Beruhige dich.
Benimm dich im Lehrerzimmer.
Es ist doch meine Abschlussfeier.
Herr Ōta wollte doch nur das Beste für dich …
Es ist doch meine Abschlussfeier!
Alle sehen mich nur noch als das Kind mit den toten Eltern!
Ich wollte doch nur eine normale Abschlussfeier haben!
Fräulein Takumi!
Warte, wir sind noch nicht fertig!
Räum das gefälligst auf!
Dein Leid gibt dir nicht das Recht, dich so aufzuführen!
Asa …
Es tut mir leid …
Das ist das Letzte.
Ich hasse dich.
Fräulein Takumi! Was ist mit der Abschlussfeier?!
Meine …
Deine …
Meine Gefühle …
Deine Gefühle sind allein deine Sache.
… sind allein meine Sache.
Niemand …
Niemand hat das Recht, darüber zu urteilen.
Niemand …
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