The first 200 lines.
Es war einmal auf eben dieser Erde, unter eben dieser Sonne,
lange vor euch...
Auch vor dem Affen und dem Elefanten,
vor dem Wolf, dem Bison, dem Wal,
vor dem Mammut und dem Mastodon, in der Zeit der Dinosaurier.
Kommt schon!
Es gab zwei Arten von Dinosauriern.
Manche hatten flache Zähne und aßen die Blätter von Bäumen,
manche hatten scharfe Zähne, um Fleisch zu essen, und jagten die Blattesser.
Dann geschah es, dass die Blätter zu sterben begannen.
Die mächtigen Tiere, die die Erde zu beherrschen schienen,
wurden in Wirklichkeit vom Blatt beherrscht.
Auf der verzweifelten Suche nach Nahrung
zogen einige Dinosaurierherden nach Westen los,
um das Große Tal zu finden, ein nach wie vor üppig grünes Land.
Es war eine Reise Richtung Leben.
Es war ein Marsch mit vielen Gefahren.
Scharfzähne stellten den Herden nach, um Einzeltieren aufzulauern.
Die Blattesser hielten nur an, damit ihre Jungen schlüpften.
Mama.
Manche der Jungen schienen furchtlos auf die Welt zu kommen.
Doch selbst das Ausschlüpfen war mit Gefahren verbunden.
Eine Herde hatte nur ein einziges Baby, ihre letzte Hoffnung für die Zukunft.
Und sie nannten ihn "Füßchen".
Hier bin ich.
Hab keine Angst. Komm heraus.
Von seiner Herde war nur seine Mutter, Großmutter und sein Großvater geblieben.
Er erkannte sie an ihrem Aussehen, ihrem Geruch und ihrer Liebe.
Er wusste, sie würden immer zusammenbleiben.
Sei du vorsichtig, mein Füßchen.
Schönes Füßchen.
Mutter, gibt es nicht mehr zu essen?
Es tut mir leid, mein Liebes. Das Land verändert sich.
Daher müssen wir täglich so weit gehen, wie wir können,
bis wir das Große Tal erreichen.
Füßchen, schnell, komm her.
Sieh mal, dort oben.
Ein Baumstern.
Er ist etwas ganz Besonderes.
Ein Baumstern.
Er ist etwas ganz Besonderes. Dank ihm wirst du einmal stark.
Wo wir hingehen, gibt es so viele von diesen Blättern.
Komm mit.
Das Große Tal ist voll grüner Nahrung wie dieser,
mehr, als du je essen könntest.
Dort gibt es mehr frisches, kühles Wasser, als du je trinken könntest.
Es ist ein wunderbarer, schöner Ort,
wo wir glücklich mit vielen anderen unserer Art leben können.
Meine Güte, wann werden wir dort sein?
Der helle Kreis muss viele Male über uns hinwegziehen,
und wir müssen ihm täglich dorthin folgen, wo er die Erde berührt.
Hast du das Große Tal je gesehen?
Nein.
Woher weißt du dann, dass es dort wirklich ist?
Manche Dinge sieht man mit den Augen, andere mit dem Herzen.
Das verstehe ich nicht, Mutter.
Das wirst du schon noch, mein Sohn.
Füßchen, geh nicht zu weit weg.
Hey!
Worüber lachst denn du?
Füßchen.
Komm, Cera.
Dreihörner spielen nie mit Langhälsen.
Füßchen.
Dreihörner spielen nie mit Langhälsen.
Langhals?
Mutter, was ist ein Langhals?
Na, das sind wir, Liebes.
Wieso kann ich nicht mit diesem Dreihorn spielen?
Wir hatten Spaß.
Nun, wir alle bleiben bei unseresgleichen.
Die Dreihörner, die Stachelschwänze, die Schwimmer, die Flieger.
- Wir machen nie etwas zusammen. - Warum?
Nun, weil wir verschieden sind. So war es schon immer.
Aber warum?
Mach dir nicht so viele Gedanken darüber.
Wenn wir das Große Tal erreichen, wirst du mit vielen, vielen Langhälsen
spielen können.
Wären wir nur schon da.
Es ist noch ein weiter Weg dorthin,
am großen Fels vorbei, der wie ein Langhals aussieht,
und dann an den brennenden Bergen.
Es ist noch ein weiter Weg, aber wir werden dort hinkommen.
Hey, Hüpfer, komm zurück!
Hey.
Du schon wieder? Geh weg! Das ist mein Hüpfer.
Ich hab ihn zuerst gesehen.
Aber er ist in meinem Teich.
Hier drüben.
Hey, das macht Spaß.
Scharfzahn!
Hilfe!
Mutter! Hilfe!
Geh.
Hier lang.
Komm zurück. Du nimmst den falschen Weg!
- Mutter? - Lauft! Lauft!
Pass auf!
Hilfe!
Mutter!
Daddy!
Damals prallten die Kontinente aufeinander, und ein großes Beben spaltete das Land.
Herden wurden getrennt, Familien auseinandergerissen.
Füßchen wurde von seinen Großeltern getrennt.
Cera!
Mama! Daddy!
Cera war auf einer Seite der Kluft,
ihre Eltern waren auf der anderen.
Mutter!
Mutter!
Mutter, wo bist du?
Mutter!
Mutter?
Bitte steh auf.
Ich bin mir nicht sicher, ob ich das kann, Füßchen.
Doch, du kannst. Steh auf.
Liebes, süßes Füßchen,
weißt du noch, wie du zum Großen Tal kommst?
Ich glaube schon, aber warum muss ich das wissen? Du wirst doch bei mir sein.
Ich werde bei dir sein, auch wenn du mich nicht sehen kannst.
Was meinst du damit, wenn ich dich nicht sehen kann? Das kann ich doch immer.
Füßchen, lass dich von deinem Herzen leiten.
Es flüstert. Hör also genau hin.
Mutter? Mutter?
Hey!
Was geht hier vor?
Was hast du? Verletzt bist du nicht.
Es ist nicht fair. Sie hätte es besser wissen müssen.
Das war ein Scharfzahn. Es ist alles ihre Schuld.
- Alles wessen Schuld? - Mutters.
Ich verstehe. Ich verstehe.
Warum bin ich so weit von zu Hause weggewandert?
Es ist nicht deine Schuld. Es ist nicht die Schuld deiner Mutter.
Jetzt hör mal auf den alten Rooter.
Ja, aber...
Es ist niemandes Schuld.
Der große Kreislauf des Lebens hat begonnen,
aber es erreichen eben nicht alle von uns zusammen das Ende.
Was soll ich tun? Sie fehlt mir so.
Und sie wird dir immer fehlen, aber sie wird immer bei dir sein,
solange du dich an das erinnerst, was sie dir beigebracht hat.
In gewisser Weise wird euch nie was trennen, denn ihr gehört immer noch einander an.
Mein Bauch tut weh.
Auch das wird sich noch geben, Kleiner.
Alles zu seiner Zeit.
Anfangs konnte Füßchen nur an seine Mutter denken.
Er dachte kaum an seinen Hunger und nicht mehr an das Große Tal
und dass er es irgendwie erreichen muss.
Füßchen.
Füßchen.
Liebes Füßchen,
weißt du noch, wie du zum Großen Tal kommst?
Folge dem hellen Kreis, geh am großen Fels vorbei, der wie ein Langhals aussieht,
und dann an den brennenden Bergen.
Ich bin in deinem Herzen, Füßchen.
Lass dich von deinem Herzen leiten.
Mutter.
Mutter!
Mutter! Du bist es!
Warte, Mutter! Warte!
Nun wusste Füßchen ein für allemal, dass er auf sich gestellt war
und das Große Tal trotz des weiten Weges
und der vielen Gefahren allein würde finden müssen.
Andernfalls bräche die Kette des Lebens.
Cera!
- Cera, hallo. - Was willst denn du?
Nichts. Wo gehst du hin?
Ich finde meine Artgenossen. Sie sind auf der anderen Seite.
Ich habe hier alles inspiziert. Drüben kann man nicht hochklettern.
Du vielleicht nicht.
Warte! Ich gehe zum Großen Tal.
Wir könnten uns gegenseitig helfen.
Ein Dreihorn braucht keine Hilfe von einem Langhals.
Na, wenigstens wären wir nicht allein.
Wenn ich meine Schwestern finde, bin ich nicht allein, also verschwinde.
Dreihörner können sehr gefährlich sein.
Sie reden nur mit anderen Dreihörnern,
und sie reisen nur mit anderen Dreihörnern.
Hallo.
Ich sagte hallo.
Wie heißt du?
Vielleicht kannst du noch nicht sprechen.
Weißt du denn gar nichts?
Langhälse reden nicht mit was immer du bist.
Ich? Ich bin auch ein Langhals. Siehst du? Und ich habe einen langen Schwanz, wie du.
Ok.
Ich bin kein Langhals. Ich bin ein Großmaul, aber ich bin ganz allein.
Ja, das bin ich.
Ich verlor meine Familie beim großen Erdschütteln.
- Willst du mit mir gehen? - Ja!
Ja! Ja! Und wie, und wie!
Ok. Dann komm.
Aber du musst mithalten.
Ich werde mithalten. Ich werde es.
Wohin gehen wir?
Zum Großen Tal.
Ich ruhe nicht eher, als bis ich meine Großeltern gefunden habe.
Meinst du, meine Familie ging auch zum Großen Tal?
Vielleicht. Meine Mutter sagte, alle Herden gehen dorthin.
Hoffentlich. Hoffentlich.
No comments yet. Be the first to leave one.