The first 200 lines.
VON GANZEM HERZEN
Aufmachen! Wo wollen Sie hin?
Mein Fahrgast hat es sehr eilig.
Wer ist er? Wohin will er?
Ich muss den Borak Valley Expresszug noch bekommen
und bin schon sehr spät dran. Es wäre also nett...
Öffnen Sie den Kofferraum. - Der ist schon offen.
Ich hoffe, dass Sie keine Bombe im Kofferraum haben?
Bomben finden Sie erst 30 Kilometer weiter.
Fahren wir?
Schaffen wir es noch rechtzeitig? - So Gott will.
Ist der Borak Valley Express schon durch?
Der hat Verspätung. - Wieviele Stunden?
Ungefähr acht Stunden.
Es ist furchtbar kalt hier. Ich werde auf der Stelle erfrieren.
Ist hier denn kein Mensch?
He Bahnhofsvorstand! Du kannst mich dann ja später beerdigen!
Wo willst du hin? Hiergeblieben!
Streichhölzer!
Hallo, Bruder?
Hallo, Onkelchen!
Hallo?
Hast du vielleicht ein Streichholz?
Nein, ist schon gut.
Ein Wunder, dass du hier überhaupt überleben kannst.
Was denkst du? Kommt der Zug noch?
Und wenn ja, fährt er dann auch wieder?
Ich hoffe, dass alle Brücken stabil gebaut sind.
Dass beim Bau nicht etwa Korruption im Spiel war.
Wenn eine Brücke einstürzt, sind wir in Schwierigkeiten!
Jetzt reicht's mir aber langsam!
Entschuldigen Sie bitte.
Ich hielt Sie für einen Mann, deshalb bat ich um Feuer.
Nochmal Verzeihung.
Ich sehe, Sie sind ein Mädchen und ein hübsches dazu.
Entschuldigung?
Und Sie haben wirklich kein Streichholz?
Lächeln Sie nie? Ich mache gerne mal einen Scherz.
Sagen Sie mir lhren Namen nicht.
Ich heiße übrigens Amarkanth Varma vom "All India Radio".
Sagen Sie doch: Wo kommen Sie her?
Und wie heißt lhre Mutter?
Haben Sie einen Hund, einen Ronny oder Timmy?
Kein Hund? Sagen Sie was! Und sei es: "Halt den Mund".
Ja, sagen Sie doch einfach: "Halt den Mund".
Kann ich etwas für Sie tun?
Den Mond und die Sterne vom Himmel holen?
Eine Festung erobern?
Eine Zigarette?
Aber kein Streichholz...
Sehen Sie, Sie sind alleine. Kann ich Ihnen...
Einen heißen Tee.
Eine Minute! Warten Sie! Gehen Sie nicht weg!
Übrigens: In meinem Koffer ist eine Bombe.
Hier drin... Ich bin gleich wieder da!
Mein Lieber, zwei Tassen von lhrem besten Tee!
Geschlossen! - Nein, meine Zukunft hängt davon ab.
Hier ist das Geld.
Eine schöne Tasse Tee mit Sahne.
Ich nehme auch ein paar Kekse.
Sollte der Zug nicht Verspätung haben?
Nein, der geht in Richtung Osten.
Hoffentlich nimmt sie nicht den Zug!
Oh nein! Ich geb hier Zucker rein, Sie dort, bitte!
Das war die kürzeste Liebesgeschichte der Welt.
"Fällt der Schatten der Liebe
über dich...
fühlst du dich wie im Himmel.
Lasst uns in den Schatten der Liebe ziehen...
In den Schatten der Liebe ziehen wir...
Lasst uns alle in Richtung Raradies ziehen.
Meine Geliebte gleicht einem edlen Duft,
sie spricht das schönste Urdu,
sie ist mein Abend, meine Nacht, mein Universum.
Lasst uns in den Schatten der Liebe ziehen...
Geschmückt mit Blumen kokettiert sie,
ihr Duft weist den Weg zu ihr.
Ich möchte sie tragen wie einen Talisman,
vielleicht fliegt sie mir zu wie ein Himmelsgeschenk.
Ich möchte sie tragen wie einen Talisman,
vielleicht fliegt sie mir zu wie ein Himmelsgeschenk.
Geschmückt mit Blumen kokettiert sie,
ihr Duft weist den Weg zu ihr.
Ich möchte ihn tragen wie einen Talisman...
Meine Geliebte ist mein Glaube,
mein Gedicht, mein Bekenntnis.
Meine Geliebte schillert wie der Tau im Garten Eden.
Ich suche sie auf jedem Zweig und jedem Pfad,
ich suche ihre Spuren in der Luft.
Lasst uns in den Schatten der Liebe ziehen...
In den Schatten der Liebe ziehen wir...
Ich liebe ihre Schönheit,
sie ist wie Sonne und Schatten, mal hier, mal da,
sie ist kokett, ihre Stimmung schwankt.
Ich bin ihrer Art und Schönheit hörig.
Ich bin seiner Art und Schönheit hörig...
Fällt der Schatten der Liebe über dich...
fühlst du dich wie im Himmel.
Meine Geliebte gleicht einem edlen Duft...
In den Schatten der Liebe..."
All India Radio?
Wie heißt du? - Kapil.
Wo ist der Boss? - Auf dem Gemüsemarkt.
Was wollen Sie, Sie Gauner? Wollen Sie mir was vormachen?
Ich zahle Ihnen keinen einzigen Cent mehr.
Sie glauben wohl, dass ich von auswärts bin,
dass ich keine Ahnung habe?
Sind Sie vom "All India Radio"? - Ja, gleich, nach dem Streit.
Haben Sie 50 Rupien klein?
Vielleicht ja. - Geben Sie mir 20.
Nein, das ist nicht fair. - Doch, das ist absolut fair!
Sie haben 20 Rupien bei mir gut.
Ich konnte während des Streits leider nicht mit Ihnen reden.
Karan Dev Berman, ich leite den Sender hier.
Das hätte ich mir gleich denken können. Entschuldigung.
Werfen Sie die Zigarette nicht weg!
Indien kann nicht noch mehr Verschwendung gebrauchen.
Wie hat sich Indien seit der Unabhängigkeit entwickelt?
Was für einen Fortschritt hat es gegeben?
Was meint er? - Dass er nicht frei war.
Die kleinen Führer sind zu großen Führern geworden.
Und die kleinen Leute wurden weiterhin ausgeplündert.
Aber es gab doch Fortschritte nach der Unabhängigkeit?
Nein, die Zentralregierung hält uns immer noch klein.
Es herrscht Unrecht. Freiheit gibt es nur auf dem Papier.
Es gibt Fortschritte. - Sprechen Sie lauter.
Ja, es gibt Fortschritte. - Nein, gar keine!
Gab es wirklich Fortschritte? - Ja, bestimmt.
Indien ist das beste Land. - Besser als der Rest der Welt.
Haben Sie die Terroristenführer je getroffen?
Nein, ich habe zwei Kinder, lieber nicht.
Ich will sie treffen. - Sind Sie verrückt geworden?
Für ein Interview. - Sie kommen nicht lebend zurück.
Das habe ich ihm schon gesagt.
Amar, wir arbeiten für's Radio.
Nicht für eine Zeitung, die nach Auflage schielt.
Das sind gefährliche Leute.
Mrs. Berman, es ist doch meine Aufgabe, herauszufinden,
was die Menschen hier nach 50 Jahren Unabhängigkeit denken.
Müssen Sie deshalb gleich in den Dschungel gehen?
Ja. Sie sind Bürger Indiens, aber sie sind verärgert.
Sollte man nicht herausfinden, was sie konkret wollen?
Unmöglich. Sie werden sie noch nicht einmal finden.
Es ist alles schon arrangiert. Shukla hat einen Jeep besorgt.
Haben Sie das wirklich getan?
Er hat zwei Bäume gesehen
und redet jetzt die ganze Zeit immer nur vom Dschungel.
Und nun gibt er keine Ruhe und will unbedingt dorthin.
Ich schulde Ihnen noch etwas, einen heißen Tee.
Wollen Sie ihn gleich hier oder gehen wir in ein Restaurant?
Lassen Sie mich! - Erkennen Sie mich nicht?
Wir haben uns auf einem Bahnsteig getroffen.
Bahnsteig, Streichholz. - Streichholz...
Sie hatten einen schwarzen Schal um. - Nein.
Das war ich nicht. - Einen Moment!
Ich kenne Sie nicht.
Amarkanth Verma von "All India Radio".
Sie verwechseln mich, das war ein anderes Mädchen.
Tut mir Leid, aber ich dachte...
Das galt nicht Ihnen.
Mr. Shukla, sehen Sie etwas? - Ja, mein letztes Stündlein.
Nur keine Angst.
Hören Sie?
Bruder? - Was ist? - Das ist doch die Stimme einer Frau!
Wie heißen Sie?
Wie alt sind Sie? Seit wann machen Sie das?
Schwester!
Ich habe Familie. Mir reichts. Ich will nicht hier sterben.
Sie kommen bald.
Wir sind hier. Jetzt lassen Sie mich doch meinen Tee trinken!
Jetzt seien Sie bloss nicht eingeschnappt!
Das ist fürs Radio. Könnten Sie also bitte Hindi spechen?
Warum sollte ich lhre Sprache sprechen?
Die Fragen habe ich auf Englisch vorbereitet.
Danke.
Sie sehen doch gar nicht anders aus als wir...
Was hatten Sie denn gedacht?
Was ist lhr Ziel?
Die Unabhängigkeit.
Von wem? - Von der indischen Regierung.
Warum?
Das sage ich Ihnen: Indien ist jetzt 50 Jahre unabhängig.
Uns hat man viel versprochen und nichts gehalten.
Wir werden von der Armee unterdrückt.
Ist dies nicht auch lhr Land?
Nein. Delhi ist nicht ganz Indien.
Für Delhi sind die Bundesstaaten an der Grenze unwichtig.
Und wissen Sie warum?
Weil wir nur ein ganz kleiner Bundesstaat sind.
Delhi interessiert sich nur für Staaten mit vielen Wählern.
Sind Sie Terroristen?
Nein, wir sind Revolutionäre.
Woher bekommen Sie lhre Waffen?
Woher haben Sie lhren Mut?
Woher haben Sie lhre Waffen? - Von überall.
Angeblich helfen Ihnen China und Pakistan?
Die Waffen sollen über diese Grenzen kommen.
Dazu kann ich nichts sagen.
Sie geben Kindern Waffen und machen sie zu Terroristen.
Er kann bei uns mitmachen! Er hat Mut und Hingabe wie wir!
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