The first 177 lines.
Das letzte Jahr am Redmond College hatte begonnen.
In Aussicht auf die Ehre, die der Abschluss mit sich bringt,
vertieften wir uns in die Klassiker der Literatur,
nahmen es mit der Mathematik auf
und ab und zu, wenn wir am Ende unserer Kräfte waren, ließen wir uns entmutigen.
Herein!
Ich kann nicht mehr!
Welchen Sinn hat die ganze Paukerei eigentlich?
Worüber kicherst du so?
Ich lese gerade noch einmal die Geschichten,
die wir damals im Erzählklub geschrieben haben.
Ich wollte eine Pause machen und hab sie aus dem Koffer ausgebuddelt.
Die Geschichten triefen nur so vor Tränen und Tragik,
sodass es schon wieder lustig ist.
Ich befinde mich auch gerade in einem Sumpf aus Trübsal und Verzagen, Anne.
Aber das ist alles andere als lustig.
Welchen Sinn hat das Leben überhaupt?
Dann lies mal diese Geschichte hier.
„Alle meine Gräber“?
Es ist ein Meisterwerk!
Eine Geschichte über Leute, die ich nicht kenne, die sich an einem Ort zuträgt,
den ich nicht kenne, wie Mr Harrison sagen würde.
Phil würde sie sicher als „sensationell“ beschreiben.
Die Figuren werden entweder umgebracht
oder sterben vor Gram, es gibt kein Entrinnen.
Siehst du? Zum Schießen, oder?
Wahrscheinlich wollte ich in Sentimentalität schwelgen.
Dabei gab es nur Schönes in meinem Leben,
es war gar nicht nötig, auch nur eine Träne zu vergießen.
Heute verstehe ich das.
Was ist das?
Jetzt weiß ich’s wieder! Das ist
ein Drama, das sich um eine Unterhaltung dreht, zwischen
den Astern und Wicken des wunderschönen Gartens, einem wilden Kanarienvogel,
der sie besucht, und einem Engel, der über sie wacht.
Ich erinnere mich noch an den Tag, an dem ich es geschrieben habe.
Ich war auf das Dach des Entenstalls
der Copps gestiegen, das sich an der Tory-Straße befand.
Von Marilla durfte ich mir danach einiges anhören.
Ich versuche es!
Episode 23 – Betrachte kleine Hürden als Witz und große als Omen auf den Sieg!
Danke sehr!
Drei für Stella.
Zwei für Priscilla.
Danke!
Auf dem Brief für dich klebt
eine indische Briefmarke, Tante Jimsie.
Ein Brief aus Indien? Von wem mag der sein?
Bestimmt von einem ihrer drei Verehrer.
Anne, für dich ist nur das gekommen.
Und dieser dicke, schwere Umschlag ist von Jonas an mich!
Anne, gibt es gute Neuigkeiten?
Die Kurzgeschichte, die ich vor zwei Wochen
an „Der Freund der Jugend“ geschickt habe, wurde angenommen!
Anne Shirley!
Wann wird sie veröffentlicht?! Wie viel bekommst du dafür?!
Sie haben einen Scheck über zehn Dollar beigelegt.
Der Chefredakteur möchte noch mehr meiner Geschichten lesen!
Was für eine Geschichte ist es?
Sie basiert auf einem alten Entwurf, für den Avonlea als Schauplatz diente.
Ich habe sie überarbeitet und an die Zeitschrift geschickt.
Aber da sie weder Tragik noch Romantik oder eine Handlung hat,
hätte ich nicht gedacht, dass sie wirklich angenommen wird.
Wofür wirst du die zehn Dollar ausgeben?
Gehen wir doch zusammen in die Stadt und feiern!
Phil, du mal wieder …
Jetzt haben wir eine waschechte Autorin hier im Patty’s Place!
Das geht mit großer Verantwortung einher!
Du sagst es!
Autoren sind wie spielende Kälber, die nur Unsinn aushecken!
Ja, genau!
Am Ende nimmt Anne uns noch als Vorbilder!
So etwas würde ich nie tun.
Worauf ich hinaus wollte, ist, dass so eine Veröffentlichung
eine außerordentlich große Verantwortung mit sich bringt.
Das ist ja fantastisch!
Bisher wurde aber nur eine meiner Kurzgeschichten angenommen.
Bestimmt wurde dir dieses Talent von Gott verliehen.
Ich weiß nicht, ob er das hat, aber ich werde jedenfalls weiterschreiben.
Ich möchte eine noch bessere Geschichte schreiben.
Meine Unterstützung hast du. Du wirst mit Sicherheit eine große Autorin.
Danke.
Wie er mit ihr herumschäkert …
Übrigens, bist du am Samstag Nachmittag zu Hause?
J-Ja.
Mutter und meine Schwestern möchten dich besuchen.
Entschuldige, dass es so kurzfristig ist.
N-Nicht doch. Ich freue mich darauf, sie kennenzulernen.
Ob Roys Mutter
dich von sich aus kennenlernen möchte oder dazu gedrängt wurde, weiß ich nicht,
aber das bedeutet, es besteht die Aussicht,
dass du in die Familie Gardner aufgenommen wirst!
Sie wird dich bestimmt genau unter die Lupe nehmen!
Phil, das kannst du auch anders ausdrücken!
Ist schon in Ordnung.
Ich werde mich nicht verbiegen, um einen guten Eindruck zu machen.
Ich zeige mich einfach so, wie ich bin.
Hach … Morgen ist bereits Samstag …
Was soll ich bei dem Treffen bloß anziehen?
Wir reden hier von Roys Mutter. Etwas Dezentes wäre am besten, oder?
Stimmt wohl …
Stella, kannst du nicht etwas aufräumen? Hier liegt alles kreuz und quer …
Es geht nicht anders!
Ich brauche das alles, sonst kann ich meinen Beitrag nicht schreiben!
Sollte ich meine Haare vielleicht höher zusammenbinden?
Guckt mal! Mein Schokoladenkuchen ist fertig!
Oh, der sieht ja köstlich aus.
Komm, Anne, zieh nicht so ein Gesicht und trink einen Tee mit uns!
Na gut.
Es duftet ja so gut!
Nicht wahr?
Ich habe einen halben Tag gebraucht, um ihn zu backen!
Ist nicht so schlimm. Man kann ihn immer noch essen.
Anne, hol mal ein Geschirrtuch aus der Küche.
Mach ich.
Stella, kannst du bitte aufmachen?
Das muss der Hut sein, den ich bestellt habe.
Dann geh selbst aufmachen. Ich bin gerade an einer wichtigen Stelle.
Meine Güte …
Ich geh ja schon.
Danke für …
Sind wir hier richtig bei Patty’s Place?
Ja …
Mein Name ist Gardner.
D-Das ist Mrs Gardner?!
Ist Miss Anne Shirley da?
Einen kleinen Augenblick, bitte.
E-Eine Katastrophe! Mrs Gardner ist da!
Wieso heute schon?!
– Mrs Gardner?! – Wieso heute schon?!
– Keine Ahnung! – Mrs Gardner?!
Sie steht jedenfalls vor der Tür!
Anne, zieh dich schnell um!
Stella, räum dort auf!
Ah, was machen wir mit dem Kuchen?!
Leg erst mal das Geschirrtuch drüber!
Schön, dass Sie da sind! Tut mir leid, dass ich Sie habe warten lassen!
Mein Name ist Philippa Gordon.
Ich bin eine Freundin und Kommilitonin von Anne Shirley.
Mit Roy verstehe ich mich auch sehr gut.
Und
ist Anne Shirley nun da oder nicht?
Ja, sie wird gleich …
D-Da ist sie schon!
S-Sehr erfreut, Sie kennenzulernen. Ich bin Anne Shirley.
Willkommen im Patty’s Place.
Das sind meine Töchter Aline und Dorothy.
Freut mich.
Schön, euch kennenzulernen. Ich bin Anne.
Was jetzt? Ich brauche irgendein Gesprächsthema …
A-Also …
Das sind ja freche Biester!
Joseph! Rusty!
Miss Shirley.
Ja?
Mögen Sie Katzen?
Nun, ja, schon …
Ich kann Katzen nichts abgewinnen.
A-Ach ja?
Also, ich mag Katzen sehr!
Sie sind eigensinnig und machen, was sie wollen.
Hunde sind zu brav und folgsam.
Katzen sind viel menschlicher.
Sei du mal schön still!
Oh, dort hinten sind ja zwei Hunde.
Darf ich sie mir mal ansehen?
Ja, nur zu.
Welche Rasse sie wohl darstellen?
G-Gute Frage …
He! Nicht!
Aline! Hast du dir wehgetan?
Meine Güte! Ich weiß schon, warum ich keine Katzen mag!
Also, Miss Shirley.
J-Ja?
Welche Art
von Beziehung mit meinem Sohn haben Sie im Sinn?
Falls Sie …
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