Women Talking

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Women Talking 2022 BDRip DD5 1 x264-playSD
A Commentary by sub.Trader
J. Höfer u. a.

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Published on: 2023-04-13
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The first 200 lines.

DIE AUSSPRACHE

Diese Geschichte endet vor deiner Geburt.

Mutter!

Schon wieder.

Als wir aufwachten, spürten wir die Hände noch.

Die Ältesten sagten uns, es wäre das Werk von Geistern

oder Satan.

Oder wir würden lügen, um Beachtung zu finden.

Oder es wären nur Akte überbordender weiblicher Fantasie.

Es passierte über Jahre hinweg.

Uns allen.

Man fühlte sich schwerelos.

Als schwebe man über dem, was einmal echt war.

Es war wie eine Vertreibung.

Als dürften wir nicht mehr Teil der Realität sein.

Das klappt nicht.

Ich fragte mich oft, wer ich wäre, wenn mir das nicht passiert wäre.

Ich vermisste die Person, die ich hätte sein können.

Das tue ich nicht mehr.

Denn es ist der Jüngste Tag und ein Aufruf zum Gebet.

Es ist beides.

Wir erwischten einen von ihnen.

Ich habe sein Gesicht gesehen.

Dann verriet er die anderen.

-Aufhören! -Komm schon!

Man brachte die Angreifer zur Polizei in die Stadt.

Zu ihrem eigenen Schutz.

Fast alle Männer der Kolonie

hinterlegten eine Kaution für die Angreifer.

Man gab uns zwei Tage, um ihnen vor ihrer Rückkehr zu vergeben.

Würden wir das nicht tun, müssten wir die Kolonie verlassen.

Und man würde uns den Eintritt ins Himmelsreich verwehren.

Nichts tun.

Bleiben und kämpfen.

-Fortgehen. -Fortgehen.

DAS FOLGENDE IST EIN AKT WEIBLICHER FANTASIE

Die Mädchen in unserer Kolonie hatten wenig Unterricht.

Wir konnten kaum lesen oder schreiben.

Doch an jenem Tag lernten wir, wie man wählt.

Zwischen bleiben und kämpfen oder fortgehen stand es unentschieden.

Drei Familien, darunter deine und meine,

sollten entscheiden, was die Frauen tun würden.

Deine Mutter hatte August, den Lehrer, gebeten,

bei den Treffen Protokoll zu führen.

August war erst kürzlich zur Kolonie zurückgekehrt.

Seine Familie war Jahre zuvor exkommuniziert worden.

August hatte deine Mutter von klein auf geliebt.

Bevor wir anfingen, sagte unsere Großmutter Agatha,

wir müssten unseren Dienst füreinander würdigen.

Wir müssten ihn symbolisieren.

So wie die Jünger beim letzten Abendmahl von Jesus gewaschen wurden,

in dem Wissen, dass seine Stunde gekommen war.

Wir hatten nur 24 Stunden,

um uns die Welt vorzustellen, in die du geboren werden würdest.

Es gehört zum Glauben, zu vergeben. Wir haben immer allen vergeben.

-Diesmal nicht? -Wir wissen es besser.

Wir werden exkommuniziert

und müssen die Kolonie verlassen, wenn wir es nicht tun.

Mit der Exkommunikation verwirken wir unseren Platz im Himmel.

Wie könnt ihr mit dieser Angst leben?

Das sind berechtigte Ängste.

Wir können wir ihnen begegnen?

Wichtig ist nur, dass wir ermitteln, ob wir den Männern verzeihen,

damit wir in den Himmel aufgenommen werden.

Lach nur, Salome,

aber man wird uns sonst zwingen, die Kolonie zu verlassen.

Wie soll Gott die Frauen außerhalb der Kolonie finden?

Jesus kann wiederauferstehen, ewig leben und seine Anhänger um sich scharen.

-Dann findet er auch Frauen... -Bleiben wir beim Thema.

Gut, ich bleibe beim Thema. Ich kann ihnen nicht vergeben.

Ich werde ihnen nie vergeben.

Das kann ich auch nicht.

-Wir wollen nach dem Tod in den Himmel. -Nein!

-Wir haben hier alles, was wir brauchen. -Nein.

Dann brauche weniger.

Bedeutet es euch nichts, ins Himmelreich zu gelangen?

Es muss auch in diesem Leben etwas Erstrebenswertes geben.

Autje!

-Wir sehen uns bald. Schon gut. -Es tut mir leid.

Deine Großmutter sagte immer:

"Finde heraus, wo du helfen kannst,

und lass hinter dir, was du nicht ändern kannst."

Das ist einfacher, wenn man alt ist, so wie sie.

Wir müssen jetzt entscheiden,

ob wir bleiben und kämpfen oder fortgehen.

Das sind unsere Optionen.

Wir werden nicht nichts tun.

Ich möchte über meine Pferde Ruth und Cheryl reden.

Wenn sich Ruth und Cheryl vor den Hunden auf dem Weg zur Kirche fürchten,

ist ihr erster Instinkt, zu fliehen.

Diese Pferde organisieren keine Treffen, um Dinge zu entscheiden.

-Sie laufen davon. -Greta, wir sind keine Tiere.

Man machte Jagd auf uns wie auf Tiere. Wir sollten wie Tiere reagieren.

Ich sah schon Pferde wütenden Hunden gegenübertreten.

Sie wollten sie zu Tode treten. Tiere fliehen nicht immer.

Lehren wir so unsere Töchter, sich zu verteidigen?

-Indem wir fliehen? -Nicht fliehen, sondern fortgehen.

Eher würde ich diese Männer erschießen. Mit Gottes Zorn komme ich klar.

Salome, Greta spricht von fortgehen. Sie meinte nicht fliehen.

Vergib meiner Mutter das falsche Wort, eine so ungeheuerliche Sünde,

dass Salome es für die Menschheit richtigstellt.

Fortgehen und fliehen sind Wörter mit unterschiedlicher Bedeutung.

Beide sagen etwas über uns aus.

August, wie siehst du das Ganze?

Hast du auch eine Meinung?

Ich denke...

Ich halte es für möglich, jemanden oder etwas zu verlassen,

in einer gewissen Verfassung,

und woanders in einer anderen,

unerwarteten Verfassung anzukommen.

Ich will bleiben und kämpfen.

Verlieren wir nicht sowieso und müssen ihnen vergeben?

-Ich will auch bleiben und kämpfen. -Kein Wunder. Du kämpfst immer.

Entscheiden wir so das Schicksal der Frauen in der Kolonie?

Eine weitere Abstimmung, bei der wir ein X eintragen?

Ich dachte, wir machen mehr.

-Mehr darüber reden, wie wir nichts tun? -Alles andere ist irre. Seid vernünftig.

Warum bist du dann noch hier? Geh mit den anderen Nichtstuerinnen weg.

Sie ist meine Tochter. Ich möchte, dass sie bei uns ist.

Ist erzwungene Vergebung wahre Vergebung?

Behalte solchen Unsinn bitte für dich.

-Autje, runter da! -Autje, hör auf deine Mutter!

Benimm dich. Hörst du die Balken nicht knarren?

Willst du, dass das Dach nachgibt?

Viele von uns sahen sich von oben.

Ich weiß nicht, ob es Gott war

und wir uns mit seinen Augen sahen,

oder ob wir nicht anwesend sein konnten

BIRNEN

in unseren eigenen Körpern.

-Wie bist du da hochgekommen? -Es war ein Wunder.

Ein Wunder Gottes.

-Natürlich. -Was sonst?

Wo ich herkomme,

wo deine Mutter herkommt,

sprachen wir nicht über unsere Körper.

Wenn also so etwas passierte, gab es keine Wörter dafür.

Ohne die Wörter dafür herrschte nur klaffende Stille.

Und in dieser klaffenden Stille lag das wahre Grauen.

Neitjes Mutter erhängte sich, als die Übergriffe eine Zeit andauerten.

Wir fragten uns, warum unsere Füße uns weiter trugen,

während ihre es nicht schafften.

Was unterscheidet uns von denen, die zurückbleiben?

Das wird niemals aufhören.

-Sie reden noch, wenn wir tot sind. -Wir müssen da durch.

August, erstelle eine Liste mit den Vor- und Nachteilen,

zu bleiben und kämpfen oder fortzugehen.

Häng sie an die Wand.

-Schreib es schön groß. -Warum? Wir können es nicht lesen.

Wir behalten es hier, damit es andere entdecken können.

Schreib zuerst "bleiben und kämpfen" und darunter "Pro".

Wer fängt an?

-Erst die Vorteile. -August, ich denke...

-Das ist unser Zuhause. -Wir bleiben und kämpfen.

-Die Liste... -Das denken nicht alle.

Entschuldigt... Verzeihung.

Könntet ihr bitte nacheinander sprechen,

damit ich euch verstehe und es auch aufschreiben kann?

Sollen wir uns melden, wie die Kinder in deiner Schule?

Ich bitte um Verzeihung.

-Wir müssen nicht fortgehen. -Bitte...

Schreib es einfach unter "Pro" auf.

Salome hatte eine brillante Idee. Wenn wir bleiben, müssen wir nicht fort.

Wir müssen uns kein Ziel überlegen oder mit der Unsicherheit leben.

-Wir haben keine Karte. -Das ist absurd.

Die Unsicherheit ist uns sicher, egal, wo wir sind.

Neitje, Autje, habt ihr der Liste noch etwas hinzuzufügen?

-Wir müssen niemanden zurücklassen. -Wir können unsere Liebsten mitnehmen.

Wie?

Gehen wir mit der ganzen Kolonie fort? Was könnte das bedeuten?

Wir könnten hier eine neue Ordnung schaffen,

an einem Ort, der uns vertraut ist.

Er ist uns nicht nur vertraut, sondern gehört uns.

Brauchen wir noch Gegenargumente? Es ist klar, wir müssen kämpfen.

Kontra: Man wird uns nicht vergeben.

-Darf ich etwas sagen? -Bitte.

Es wäre gut, bevor wir Pro und Kontra auflisten,

genau zu benennen, wofür wir kämpfen.

Wir kämpfen offensichtlich für unsere Sicherheit und Freiheit.

Was würde das für uns bedeuten?

Wir müssen festlegen, wie wir uns die Kolonie vorstellen,

wenn wir gewinnen.

Wir müssen begreifen, was wir erreichen wollen,

nicht nur, was wir zerstören wollen.

Bleiben wir oder gehen wir fort?

Ona, erzähl uns mehr von dem, was dir vorschwebt.

Männer und Frauen treffen alle Entscheidungen gemeinsam.

Frauen dürfen denken.

Mädchen lernen lesen und schreiben.

In der Schule muss eine Weltkarte hängen,

damit wir unseren Platz in der Welt verstehen.

Eine neue Religion mit alten Werten,

aber mit dem Fokus auf Liebe

würde von den Frauen geschaffen werden.

Unsere Kinder wären sicher.

"Gemeinsam".

Du klingst wie Augusts Mutter.

Ona, du bist eine Träumerin.

Wir sind Frauen ohne eine Stimme. Wir haben nichts.

Selbst die Tiere sind sicherer, als wir Frauen es sind.

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