Heartless

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Heartless (2009) Directors Commentary [DE-BluRay 01:53:57 @23,976fps]
A Commentary by tuco769
Directors Commentary (Non-HI)

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Published on: 2020-02-26
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Hearing Impaired: No

German subtitle preview

The first 200 lines.

Der Anfang des Films ist gewissermaßen auch das Ende.

Der Lärm, den man da hören kann,

der Satz "Verreck, du Wichser!" und das Glas, das kaputtgeht,

das ist das Ende des Films,

Jamie, der am Ende des Films angegriffen wird.

Ich werde später ausführlicher darüber reden.

Die Szene impliziert,

dass der Film von Anfang an ein Traum im Traum ist.

Die zwei Lichter, die man im Haus sieht,

die roten und grünen, kommen aus Jamies Wohnung.

Diese Farben bestimmen den Film.

Er hat eine rote und grüne Farbkodierung.

Wenn es damit losgeht, werde ich die Gedankengänge dahinter erklären.

Die Aufnahmen am Anfang waren mir einerseits wichtig,

weil sie auf den Fotos basieren,

die ich im Eastend in den letzten 6 Jahren machte.

In dieser magischen, aber zugleich düsteren

von Natriumdampflampen erhellten Welt wollte ich immer einen Film machen.

Außerdem war es sehr wichtig, dem Film eine Stimmung zu verleihen,

welche die Leute in die Welt des Films entführt.

Die Aufnahme, die das für mich geschafft hat,

ist jene, die nach dieser Einblendung kommt.

Wir filmten sie bei einem Nachdreh mit kleinem Team

und hatten wahnsinniges Glück mit dem Sonnenuntergang.

Nein, mit dem Sonnenaufgang, Verzeihung.

Sehen Sie nur, wie toll der ist.

Dann geht der einfach gestaltete Titel mit loderndem Feuer

in einen feurigen Sonnenaufgang über.

Auf sehr melodische Art und Weise

haben wir den Film im Vorspann thematisch angerissen,

mit dem Feuer am Anfang und der Welt, in der er spielt.

An diesem Schauplatz hier wollte ich die Szene von Anfang an drehen.

Ich habe diesen Ort fotografiert, seitdem ich denken kann.

Das ist nun schon seit vielen Jahren eine Müllhalde.

Mir gefiel es dort schon immer.

Dieser Gaszylinder... Ach Quatsch, nicht Zylinder.

Wie auch immer die heißen... Gasbehälter.

Mit dem Gastank im Hintergrund sieht es wunderschön aus.

Das hier ist Teil der Filmsprache.

Jamie sieht etwas in dem Haus, aber wir sehen es nicht.

Wir lassen offen,

was es wohl gewesen sein könnte.

Und hier fängt die Farbkodierung an.

Die Farbe Rot impliziert, was echt und wahr ist im Film.

Sie leitet sich von zwei Dingen ab: vom Rot der Dunkelkammer

und von Jamies rotem Feuermal im Gesicht.

Jetzt sehen wir gleich, was Jamie in dem Haus gesehen hat,

das zuvor zu sehen war und das er fotografiert hat.

Es handelt sich um eine Art Dämon mit einer Kapuze.

Das löst in ihm eine ganze Kettenreaktion von Gedanken aus.

Guten Morgen, Onkel Jamie.

Lee, sein Neffe,

wird toll gespielt von Luke Treadaway.

Er spielte während des Drehs auch in einem Stück von mir mit,

das in London im "Soho Theatre" lief.

Der Ärmste stand den ganzen Tag hier vor der Kamera

und musste um 17 Uhr mit dem Taxi weg, um zum "Soho Theatre" zu kommen,

für seine Abendvorstellung.

Das waren arbeitsreiche Wochen für ihn.

Clémence Poésy ist meiner Meinung nach

die perfekte Besetzung für Tia.

Wir brauchten jemanden,

mit dem das Publikum auf der Stelle mitfühlt und mitfiebert,

ähnlich wie es Jamie in dieser Szene schafft.

Und Clémence hat diese Fähigkeit.

Sie ist einfach...

ganz und gar wunderschön.

Sie hat eine einnehmende und starke Präsenz vor der Kamera.

Ich mache es für Lee. Das Mädchen will sich bei einer Modelagentur...

Alle hier gedrehten Szenen,

die sich durch den ganzen Film ziehen,

entstanden an den schwersten zwei Drehtagen.

Es waren sehr intensive Tage für uns.

Es war deshalb schwer, weil es ein Originalschauplatz war.

Wir mussten das ganze Team da reinkriegen.

Das Problem bei jedem Film ist,

dass die verfügbare Drehzeit immer knapper berechnet wird.

Ursprünglich sollten wir den Film in neun Wochen im Winter drehen.

Das war der ursprüngliche Plan... die ursprüngliche Idee.

Wie Sie im weiteren Verlauf sehen, spielt er nämlich zu 90 % nachts.

Ursprünglich hatten wir also neun Wochen im Winter.

Aufgrund der Verzögerung mit der Finanzierung

wurden daraus sechs Wochen im Sommer.

Wir drehten sechs Wochen mit nur vier Stunden Nachtzeit.

Das verursachte Probleme,

die sich zum Beispiel daran zeigten, dass diese Szene als eine der wenigen

nachgedreht werden musste.

Diese Szene wurde während des regulären Drehs am Tag gedreht,

denn wir drehten zwischen Juli und August

und konnten keine Nacht erübrigen, um auch diese Szene nachts zu drehen.

Also drehten wir die Szene am Tag.

Aber schon beim Rohschnitt

und als wir diesen bei Testvorführungen zeigten,

funktionierte die Szene einfach nicht.

Alle fragten mich, warum. Ich erwiderte:

"Weil wir sie nachts hätten drehen müssen."

An einem Nachdrehtag drehten wir die Szene also noch mal,

und zwar am selben Tag,

an dem wir auch den tollen Sonnenaufgang drehten.

Wir drehten die Szene Aufnahme für Aufnahme.

Wir wiederholten alle Aufnahmen nachts,

nachdem wir am Tag versagt hatten.

Und ich finde, sie funktioniert wunderbar.

Dies ist eine der Sequenzen, auf die ich ganz besonders stolz bin.

Ich liebe Filmszenen, in denen nicht geredet wird.

Wenn ich könnte, würde ich alle Dialoge streichen

und durch lange Sequenzen ersetzen,

in denen Bilder, Geräusche und Musik für sich sprechen.

Das ist eine dieser Sequenzen,

wo man Jamie begleitet und er den Zuschauer mit auf die Reise nimmt

bis zu dem großen Augenblick, als er den Dämonen am Ende des Zauns sieht.

Ich finde den Schnitt und die Musik hier einfach toll.

Jeder Einzelne hat fantastische Arbeit geleistet,

und zwar durch die ganze Szene hinweg.

Lassen Sie mich etwas zum allgemeinen Look des Londoner Eastends sagen.

Wie ich schon sagte, der Look basierte auf einigen Fotos,

die ich gemacht hatte.

Dieser magische, bedrohliche, schwefelige Natriumlampen-Stil.

Ich glaube, es gibt diesbezüglich eine lange Tradition.

Viele, die den Film gesehen haben,

haben diverse Ähnlichkeiten zu anderen Filmen entdeckt

und sagten, er erinnere sie daran, was nicht abwegig ist.

Aber das waren nicht meine Maßstäbe.

Ich hatte andere Maßstäbe.

Ich liebe diese Aufnahmen, bevor der Dämon sich zeigt.

Dann kommt der Dämon, die erste große computergenerierte Szene des Films.

Wir arbeiteten lange am Aussehen der Dämonen.

Ich wollte, dass der Dämon ein modernes Aussehen bekommt.

Ich wollte einen zeitgemäßen Dämonen und keinen alten, mittelalterlichen,

der auf Pest und Todesangst basiert.

Ich wollte einen Dämonen, bei dem es um Angst vor blinder Gewalt geht.

Auf der Tür hinter Jamie steht "Todesgefahr".

Alle sagten: "So eine tolle Idee!", aber ich sah das erst später.

Das war nicht geplant.

Das hier ist ein Laden an der Ecke,

der an Kubricks Film "2001: Odyssee im Weltraum" erinnert.

Hier arbeiteten wir mit Überbelichtung und Ausleuchtung,

um die Szene interessant aussehen zu lassen.

Normalerweise widersprechen sich die Begriffe

"interessanter Filmstil" und "Eckladen im Londoner Eastend".

Aber hoffentlich haben wir es dennoch geschafft.

Außerdem wird hier die Gewalt...

als zentrales Thema des Films eingeführt.

Jamie wird eine Waffe zum Selbstschutz angeboten.

Ein kurzer Hinweis am Rande:

Als die Szene beginnt,

sehen wir Fraser am Telefon.

Ich wollte einen gewissen Satz hören, den er dann auch am Telefon sagte.

Und zwar: "Sie werfen Napalm auf Kinder, bombardieren Krankenhäuser"

und erschießen Abtreibungsbefürworter."

Ich habe hart darum gekämpft, dass der Satz im Film bleibt.

Doch letztlich mussten wir ihn rausschneiden.

Aber wenigstens ist er im Audiokommentar drin.

Noel Clarke für den Film zu casten, war wichtig.

Natürlich ist jede Rollenbesetzung für den Film wichtig.

Wir wollten jemanden, auf den sich die Zuschauer

und Jamie sofort einlassen können,

jemanden, den sie sofort mögen.

Und Noel hat diese Fähigkeit

und dieses einnehmende Wesen.

Er reißt die Leute mit und zeigt große Präsenz.

- Schon gut. - Super, A.J.

All diese Innenaufnahmen wurden auf der Isle of Man gedreht.

Also...

lagen vier Wochen zwischen dem Dreh der Szene, in der Jamie reinkommt

und der, in der er die Tür zumacht.

Die Tür wurde zu einem Dauerproblem während des Drehs,

denn hinter der Wohnungstür war überhaupt nichts.

Mit diesem Wissen ist es recht lustig, darauf zu achten,

wie viele Kameratricks wir anwenden mussten,

damit nicht auffällt, dass die Wohnungstür nie offen ist.

Der Sprecher, den man im Hintergrund hört, bin ich.

Ich spreche fast alle Kommentare,

alle Berichte außer einem,

im Fernsehen und im Radio. Und...

Kommt überhaupt ein Radio vor? Aber ich spreche alle im Fernsehen.

Und zwar, weil im Hinblick auf die Geschichte

Folgendes im ersten Drittel des Films geschieht:

Stück für Stück erschafft Jamies Unterbewusstsein

eine Fantasiewelt, eine andere Realität,

die den Film fortan beherrscht.

Der Spruch "Wir sehen uns im Himmel",

die Tatsache,

dass die Mörder angeblich Masken tragen.

Doch dann sagt das kleine Mädchen, dass sie nicht maskiert,

sondern echte Dämonen sind.

Wenn man das Mädchen ansieht, stellt man fest, dass es Belle ist.

Nikita spielt Belle, wie man später im Film sieht.

Jamie reimt sich das alles zusammen, auch das Cendrillon-Haus.

"Cendrillon" steht natürlich für "Cinderella".

"Bis Mitternacht haben Sie Zeit"

heißt, dass er bis dahin jemanden töten muss.

Stück für Stück setzt sich also die Geschichte zusammen.

Darum geht es im ersten Drittel.

Einige Leute, die den Film gesehen haben, sagten,

dass das eine oder andere Ereignis willkürlich erscheint.

Aber dem ist nicht so. Es gibt einen stringenten Erzählfaden,

bei dem es aber um etwas geht, das unsichtbar ist,

denn Jamie bastelt sich eine neue Geschichte zusammen.

Eine große Rolle darin spielt sein Vater George,

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