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Folge 12:
Lize, der Lehrling der Schwarzen Hexe
Damit hätte ich nicht gerechnet.
Dass du auf einmal Luna und ihre Freunde herbringen würdest, Henri.
Es tut mir sehr leid.
Aber das hier war der einzige sichere Ort, der mir eingefallen ist.
Es sei dir gestattet. Immerhin habe ich hier eine stabile Barriere errichtet.
Selbst die Königsfamilie kann nur mit meiner Einwilligung eintreten und korrespondieren.
Um Lunas Gruppe zu beschützen, war es gar die optimale Lösung.
Auch ich muss dir danken.
Ich bitte Euch …
Ach ja, Meister Vogel, was diesen Stadtbeamten …
oder sagen wir mäßig begabten Weißen Magier angeht, was hat er mit Euch zu tun?
Er ist ein Verwandter von mir.
Und obwohl wir beide das Blut Weißer Magier in uns tragen,
unterstützt er mich bei meiner Aufgabe, das Amt eines Schwarzen Magiers auszuüben.
Nur mit seiner Hilfe ist es mir möglich,
mich als heimlicher Schwarzer Magier in der königlichen Residenz aufzuhalten.
Ich weiß das sehr zu schätzen, denn er lebt dabei genauso gefährlich wie ich.
Henri …
Ich kann zwar nicht zaubern und daher auch nicht viel ausrichten,
aber dennoch war da der dieser starke Drang in mir,
die Schwarze Hexe unter keinen Umständen zurückzulassen.
Ich wollte ihr irgendwie helfen, selbst wenn mein Leben davon abhinge.
Ach ja, is’ das so?
Na ja, da’s unter den Weißen Hexen eh schon solche Ausnahmen wie Meister Vogel hier gibt,
könnte da durchaus was dran sein.
Es tut so weh …
Ich kriege die Verbindung der beiden nicht mehr aus dem Kopf.
Wie sehr ich mich auch von ihr abwende, sie prasselt auf mich ein.
Sie ist nicht so brüchig und vergänglich wie die meine,
sondern kommt einem festen Band gleich, an dem beide hängen.
Ich will sie nicht mehr sehen!
Übrigens, Windmagier.
Was deine Mission mit der Schattenentität betrifft,
darf ich davon ausgehen, dass sie erfolgreich beendet wurde?
Ich verstehe.
Du hast ihr giftiges Fleisch mit deinen Winden zerteilt und auf diese Weise verbreitet?
A-Aber was blieb mir denn andres übrig?
Und warum eigentlich nich’? Am Ende sind tote Körper doch eh nur Gegenstände.
Hä? Was glotzt ihr mich jetzt so an?
Du hast die Gene der Schattenentität also in alle Winde zerstreut?
Damit hast du es nur noch schlimmer gemacht.
Ist dir klar, wie sehr Lize darunter leidet, dass er jene Luft atmen musste?
Ich hab doch nur ganz wenig verteilt!
Den Großteil hab ich mit meinem Windteleport zu Flamme und Kristall geschickt!
Entgiftungstrupp
Trupp zur Beseitigung der Schattenentität
Kristallhexe
Flammenmagier
Und überhaupt, ihre Wünsche waren viel zu kompliziert!
Hey, Luna! Jetzt hör doch bitte auf, mir immer neue Gesichter von dir zu zeigen!
Ist zwar heute das erste Mal, dass ich andere Schwarze Magier treffe als die Meisterin,
aber der Windmagier,
Na, ihr wisst schon! Warum sagt ihr denn nichts?
der Kerl bewegt sich schon deutlich außerhalb jeder Moral und Sittlichkeit.
Warum ignoriert ihr mich? Hey!
Was soll das? Warum mobbt ihr mich alle? Ihr wisst doch gar nich’, wie schwer ich’s hab!
Ich kann halt nich’ so easy-peasy entgiften wie Luna und Meister Vogel!
Die Schattenentität zu vernichten und mir Gift aufzuladen,
das is’ für mich hammerhart, schrecklich und Stress pur!
Trotzig ohne Grund
Die „bösen Erwachsenen“ verstehen ihn nicht
Wenn ich schon gegen so ’n Monster ranmuss, dann verlangt bitte kein Feingefühl von mir!
Is’ ja wohl klar, dass ich’s nich’ so perfekt hinkriege!
Stattdessen seid ihr so arrogant und hängt euch aus sicherer Position an jedem Pupsfehler auf!
Das ist hier nicht das Problem.
Nur weil ich nich’ so perfekt bin wie ihr, habt ihr noch lange nich’ das Recht, mich zu mobben!
Das stimmt.
Du hast ganz recht, Windmagier.
Wollen wir dann den Rest jenen zwei überlassen,
die ohnehin schon mit der Beseitigung der Schattenentität betraut sind?
Ich bin sicher, sie haben dazu einiges zu sagen.
So eine Aufgabenteilung gibt es also unter den Schwarzen Magiern?
Die Vernichtung der Schattenentität …
Ich muss mich nun verabschieden, Meister Vogelmagier. Mein Vorgesetzter sucht mich.
Natürlich. Danke dir für alles und pass auf dich auf.
Für alle Fälle versehe ich dein Gedächtnis noch mit einem Täuschungsschild.
Vielen Dank.
Also dann, Luna. Lebe wohl.
Ich bin wirklich sehr froh, dich getroffen zu haben.
Auf dass wir uns irgendwann wiedersehen. Ich hoffe, ich kann dich dann wieder lächeln sehen.
Luna …
Bitte verzeih mir, dass ich dir so viel Ärger gemacht hab. Aber dürfte ich dich …
vielleicht um, du weißt schon was, bitten?
Natürlich.
Ich hatte in letzter Zeit zu viel zu tun und war deshalb lange nich’ mehr bei dir.
Tut mir leid, dass du jetzt diesen schäbigen Anblick hast.
Ist überhaupt nicht schlimm.
Es muss eine Qual gewesen sein, das so lange zu ertragen.
Ein Giftmagier hat eine höhere Giftresistenz als andre und hat gelernt, mit dem Gift zu leben.
Doch das heißt nicht, dass er das Gift besiegt hätte.
Mal abgesehen von der Ausnahme Luna …
führen wir alle unsere Missionen in vergiftetem Zustand aus.
Die giftigen Pilze hatten die verschiedensten Farben und Formen
Und sie sahen so schön aus. Ganz, als würden sie den Windmagier
in eine beschützende Wiege betten.
Verzeih mir, dass ich eben so unverschämt war.
Du hast viel durchgemacht.
Und dann, als würden sie über den im Pilzwald schlummernden Windmagier wachen,
entschwanden sie sanft und leise gen Himmel und lösten sich dort alle in Luft auf.
Bin wieder der Alte!
Wie leicht sich mein Körper anfühlt! Als wären mir Flügel gewachsen!
Danke, Luna!
Ich freue mich, dass ich dir helfen konnte.
Oh Gott …
Wenn du mich so anlächelst, dann wird mir ganz warm ums Herz.
Sagen Sie, Meisterin. Können Sie eigentlich alle Krankheiten heilen,
indem Sie entnommenes Gift zu Pilzen machen?
Krankheiten sind manchmal auch an Schicksal geknüpft,
also nein, ich kann nicht alle von ihnen in Pilze verwandeln und so ungeschehen machen.
In solchen Fällen lasse ich keine Pilze wachsen und die Krankheiten, wie sie sind,
oder aber ich muss den Preis dafür zahlen, dass ich mich doch eingemischt habe.
Den Preis?
So, jetzt, wo dieser Mann weg is’ und Lunas Kräfte daher wieder gefestigt,
wird es Zeit für uns, ein Gespräch unter vier Augen zu führen.
Schließlich hab ich hier immer noch ein Urteil zu fällen.
Dieses letzte Gespräch wird entscheiden, ob du deinen Test bestehst oder nich’.
Vielleicht hast du’s selbst schon bemerkt:
Das Verwunschene Kind ist die Saat der Schattenentität.
Und das heißt für dich, Lize, wenn du nix dagegen tust, wirst du zur Schattenentität.
Lize …
Lize!
So geschockt, wie du das aufgefasst hast,
hat dir wohl echt niemand was verklickert, was?
Mag sein, dass es gute Gründe gab, dich darüber im Dunkeln zu lassen,
aber wenn du nich’ mal das weißt, können wir uns auch das Gespräch sparen.
Sorry, wenn ich dich damit überrumpelt hab.
Ich hatte schon lange so eine Vermutung.
Ich wollte sie nur nicht wahrhaben.
Das Verwunschene Kind wird irgendwann zur Schattenentität.
Du hättest niemals geboren werden dürfen.
Nanu?
Lass dich doch nich’ gleich von der Finsternis verschlingen. Also echt.
Sieh wenigstens zu, dass du schnell wieder wach wirst. Ich hab keine Zeit für so was.
Dieser Typ hat echt erschreckend wenig Mitgefühl und Anteilnahme.
Hm? Was is’?
Ach, nichts.
Aber irgendwie hilft mir das gerade.
Sag mal, Lize.
Denkst du nich’, dass deine Schwärmerei für Luna reichlich nutzlos is’?
Und taktlos ist er auch noch.
Hä? Dachtest du echt, du könntest das verheimlichen?
Das checkt doch der größte Trottel, dass du über beide Ohren verknallt bist.
Ich muss aufhören, immer nur die Charakterschwächen anderer zu sehen.
Dann is’ dir auch nich’ aufgefallen, dass Luna offensichtlich in der Klemme steckt?
Ich geb’s auf. Mit dem kann man nicht reden.
Als Spross der Weißen Hexen kannst du sicher ganz schön stur sein.
Darum wär’s echt ganz gut, wenn du deiner Liebe von dir aus ’nen Riegel vorschiebst.
Denn sie hat eh keine Chance aufzublühen.
Pflück sie am besten, solang sie noch ’ne Knospe is’.
Für Schwarze Hexen ist Liebe Gift, das ihre Zauberkräfte verdirbt.
Aber meine Liebe ist gar nicht so einseitig, wie du sagst.
Tja.
Wären es wirklich deine Gefühle gewesen, die Lunas Zustand so verschlechtert hätten,
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