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Folge 11:
Ein Mitglied des Rates
Schön, dass ich sie gefunden hab, aber was treibt sie da?
Wenn das mal nich’ nach Liebesschnulze stinkt … Echt mal.
Muss das denn sein, Luna?
Ach, was soll’s …
Luna!
Hast du keinen besseren Ort zum Flirten gefunden? So geht das doch nich’!
Kannst froh sein, dass ich’s bin, der dich gefunden hat.
Was dir vom Rat der Schwarzen Hexen blüht, weißte ja selbst.
Also halt mal bitte den Ball flach, ey.
Hab echt keinen Bock auf das Ratsgedöns.
Muss doch nich’ sei…
Lize!
Alles in Ordnung?
Durch den Aufruhr vorhin hat sich das Gift in der Luft verdichtet.
Lize!
Ach, dieser Junge is’ es? Das besagte Verwunschene Kind?
Das glaub ich jetzt nich’. Niemals nie.
Was für ’n schwächlicher Steppke.
Glaub, die Flamme hatte doch recht. Den braucht man nun echt nich’ am Leben lassen.
Verwunschenes Kind? Da ist schon wieder dieses Wort …
Ein mir unbekannter Name, der mich abstößt.
Lize!
Wa…
Luna …
Meisterin …
Da ist er! Da drüben!
Er hat den Körper des Predigers mit seinem komischen Fächer zerschmettert!
Ich hab’s selbst gesehen!
Ist das nicht … diese Giftpilzhexe?
Stecken sie unter einer Decke?!
Ruft den Stadtbeamten!
Mist, jetzt haben sie uns. Machen wir erst mal die Biege?
Ich würd’s vorziehen, an ’nem sicheren Ort weiterzuplaudern.
Ich wüsste einen solchen Ort.
Ist das nicht Henri?
Wie kann mein Untergebener schon hier sein, wo ich ihn doch gar nicht gerufen habe?
Dann sind das also die dreckigen Banditen, die dieses Chaos hier verursacht haben.
Aber das ist doch … der Kronprinz!
Also dann. Abflug.
Henri! Was tust du da?
Nimm sie sofort fest!
Ein Wind…zauber?
Wo sind sie hin?
Sie sind verschwunden!
Also du kamst mir zwar eigentlich wie ’n Schwindler vor,
aber weil wir’s halt eilig hatten, hab ich dein Spiel erst mal mitgespielt.
Tja.
Was is’n das für’n Ort? Deine Bude?
Äh, also hier …
Ich bin fix und alle, ey!
Erst hab ich die Schattenentität weggefegt
und jetzt noch vier Menschen und zwei Viecher teleportiert …
Das is’ krassharte Arbeit, sag ich euch!
Und was krieg ich dafür? Nich’ mal ’n simples „Dankeschön“!
D-Danke …
Was für ein unnützes Geheule.
Wenn mir nur mal jemand helfen würde.
Und ein, zwei Limonaden wären auch nich’ verkehrt.
Ach was, mit ein, zwei is’ es nich’ getan.
Dieser Ort, an dem es metallisch widerhallt …
Drei, vier, fünf, sechs, sieben …
kommt mir irgendwie vertraut vor.
Und nich’ nur Limonaden. Vielleicht is’ sogar noch ’n leckerer Schmackofatz drin.
Lize?
Warum nur?
Ich will was Leckeres spachteln!
Na los, jetzt lobt mich gefälligst mal! Und ich hab Hunger!
Her mit dem Futter!
Ich glaub, ich such mir ’nen neuen Job. Kein Bock mehr auf Schwarzer Magier!
Hoffentlich bringt mich niemand mit dem in Verbindung.
Ich hab’s! Ich lass mich von meinem Bett anheuern!
Oh, das is’ gar keine schlechte Idee!
Soll ich ihn mundtot machen?
Einfach immer nur vor mich hin pennen!
Alles in Ordnung, Lize?
Willst du Limonade?
So Leute, Zeit, Klartext zu reden!
Wie du schon richtig bemerkt hast, bin ich der Windmagier und gehör dem Magierrat an.
Und äh, Lize war dein Name?
Ich urteile außerdem über deine Zukunft als Verwunschenes Kind.
Denn ich bin der Prüfer deines ersten Überraschungstests.
Die Entscheidung, ob du das hier überlebst oder stirbst, liegt allein bei mir.
Also gib alles und zeig mir, dass du nur ’nen holprigen Start hattest.
In letzter Zeit stehen Dinge in meinem Tagebuch,
die ich nicht mit meinen Erinnerungen in Einklang bringen kann.
Weil das Magiepapier meiner Meisterin aus Pilzen hergestellt ist,
werden meine schlechten Erinnerungen beim Schreiben zu Negativpilzen.
Aufgrund der vagen Besorgnis und Traurigkeit,
die ich beim Betrachten der hinfort schwebenden Negativpilze empfand, …
beschloss ich jedoch heimlich, ein zweites Tagebuch zu führen.
In diesem Tagebuch stehen ab und an Dinge, an die ich mich überhaupt nicht erinnern kann.
Sogar Gefühle und Erinnerungen, die ich eigentlich nie vergessen würde,
erscheinen mir nun, als betrachtete ich das Eigentum eines Fremden.
Dabei fühlt es sich an, als würden mir die Füße gefrieren
und ich in eine bodenlose Finsternis stürzen.
Und es sind nicht nur Erinnerungen …
Auch mein Wachstum ist betroffen,
das ich bis dahin jeden Tag messen ließ.
Seltsam …
Du warst gestern doch noch so groß,
wie kann es da sein, dass du jetzt geschrumpft bist?
In diesem Moment erinnerte ich mich plötzlich,
wie die Meisterin einem Tier einmal das Gift entnahm und daraus einen Pilz wachsen ließ.
Nanu?
Irgendwie hab ich das Gefühl, als wäre das Häschen eben noch größer gewesen.
Nein, bleib hier!
Das Kleine lernt es wohl nicht.
Es war schon merkwürdig zu sehen,
wie das Häschen sich wieder dem giftigen Tausendfüßler näherte, der es gebissen hatte.
In jenem Moment sah die Meisterin aus, als würde sie Schuld empfinden.
Egal wie schlecht es mir auch geht,
am nächsten Morgen empfinde ich immer diese unglaublich rätselhafte Unbeschwertheit.
Und das, obwohl mich meine Zweifel doch so sehr besorgen und so tief in mir drinstecken,
dass ich das Gefühl habe, zu ersticken.
Warum schaue ich nur geistesabwesend seine Umrisse an,
anstatt dieses ungute Gefühl beim Schopfe zu packen?
Egal wie sehr es mir auch missfallen mag, ich darf es nicht verlieren.
Ich will es fest in die Arme schließen und mir für immer bewahren.
Und obwohl ich mir nichts Furchtbareres vorstellen kann,
als es zu verlieren, …
will ich herausfinden, was hinter dieser Unruhe steckt,
mich ihr stellen … und … und …
Lize ist aufgewacht!
Alles in Ordnung, Lize?
J-Ja …
Dir ist schlecht geworden, weil du diesen Wind-Clown nicht länger ertragen konntest.
Wir haben uns schon Sorgen gemacht.
Werd nich’ frech, du Rindvieh.
Ich bin ohnmächtig geworden?
Hey, du.
Wenn du dich nich’ mal selbst vom Gift befreien kannst, dann muss wohl Mama Luna ran, was?
Wie peinlich kann man sein?
Das vorhin … Wollte die Meisterin mir da mein Gift entziehen?
Ich hab’s doch von Anfang an gesagt.
Hast du nicht.
So wie’s aussieht, kannst du bald wieder in die Heia zurück. Und zwar für immer.
Ihr hattet doch nun wirklich genug Zeit, bis ich gekommen bin.
Womit zum Geier habt ihr sie vertrödelt?
Lauf bitte nicht weg, Lize.
Ich muss dich schnell vom Gift befreien.
Jetzt schaut mich nich’ so an!
Niemand schaut dich an.
Ich hab doch selbst keinen Bock auf diesen Nietenposten.
Er wurd mir halt aufs Auge gedrückt, weil ich den Hexenrat geschwänzt hab.
Lize.
Ich kann das auch selbst!
Jetzt spiel hier nicht den starken Mann, du Knirps!
Du schaffst das nicht! Darum macht Luna das, klar?
Dabei hatte ich doch einfach nur ’nen wichtigen Termin.
Ich muss es irgendwie hinbekommen.
Ja, gut, Bock hatte ich wirklich nich’ drauf.
Ich will nicht, dass die Meisterin mir noch mehr meiner Erinnerungen entzieht.
Sie soll nie wieder so ein reuevolles Gesicht machen müssen.
Ich hab ja wohl immer noch den schlimmsten Job von allen hier.
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