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Erzbischof Jonathan hat wohl meine göttliche Macht erkannt …
und Seiner Majestät König Nathan geraten, mich zurückzuholen.
Um dies zu verhindern, beschlossen wir, auch in Malcosias
einen Rat des Glaubens an die Heiligen zu gründen.
Diese Kekse sind köstlich, Lina.
Wo hast du sie denn gekauft?
Ich habe von dem Laden, den du so mochtest, allerlei bestellt.
Danke dir, Ed. Das macht mich so glücklich.
Ihr habt keine Einwände gegen diese Dokumente für die Adelsversammlung?
Ja. Allerdings habe ich eine Frage.
Wo soll das heilige Feuer denn überall entzündet werden?
Es in allen teilnehmenden Ländern zu tun, erscheint mir schwierig.
Stimmt wohl. Unter Berücksichtigung des Zeit- und Arbeitsaufwands
gehe ich zum gegenwärtigen Zeitpunkt von drei Ländern aus.
Dann bleibt die Frage, wie diese drei Länder ermittelt werden.
Wie wäre es, das Los entscheiden zu lassen?
Ich finde ja, dass das eine gute Idee ist, Ed. Allerdings …
Wieso nicht?
Wir könnten einen der drei Plätze per Losverfahren vergeben.
„Den Entschluss der Schicksalsgöttin“ wird wohl keiner anzweifeln.
Oh, ich verstehe. Dann bleiben nur noch zwei.
Da einer dieser Plätze an das Land der Heiligen,
also an unser Malcosias, geht, bleibt nur noch ein Platz übrig.
Für den verbleibenden Platz sollten klare Bedingungen festgelegt werden.
Ich weiß, dass ich objektiv bleiben sollte, doch …
Geht es dir nicht gut?
Nein. Ich habe nur etwas nachgedacht.
Wie wäre es, wenn das am stärksten unter Naturkatastrophen und Not leidende
Königreich Celestia den letzten Platz erhält?
Es ist doch nicht verkehrt, Menschen in Not helfen zu wollen.
Dagegen habe ich keine Einwände.
Der Rat der Heiligen steht in Verbindung zur Kirche.
Wenn wir nur den reichen Ländern helfen, wird sie sich darüber beschweren.
Ihr beide …
Danke sehr.
Wo stecken eigentlich Marissa und Owen? Ich sehe sie nirgends.
Kaum dass der Termin für die Versammlung feststand, haben sie Urlaub beantragt.
Sie hätten etwas Wichtiges zu erledigen, aber ich habe nicht nachgefragt …
Was die beiden wohl gerade tun?
Kapitel 8
Kapitel 8
Jonathans Komplott
Jonathans Komplott
Du starrst noch Löcher durch mich hindurch.
Wenn du etwas zu sagen hast, dann sag es einfach.
Wir sind doch schließlich Schwestern.
Du besuchst mich aus einem bestimmten Grund, oder nicht?
Das stimmt.
Maria.
Ich bin nicht so gelangweilt,
dass ich mich mit jemandem treffe, der mich derart gequält hat.
Du hast wohl endlich deine Stimme gefunden.
Schwester. Wie gefällt dir das Eheleben im Hause des Herzogs Blake?
Ähm, bisher ziemlich gut.
Es war eine politische Ehe, aber Finns Aufrichtigkeit hat mich beeindruckt …
Seine Frau zu sein, hat mich und meine Werte ziemlich verändert.
Mit meiner kleinen Schwester darüber zu sprechen, ist etwas peinlich.
Aber bist du dafür hergekommen?
Ich bin heute hier, weil ich dich um etwas bitten möchte.
Eine Bitte?
Ja. Eine Bitte, die nur du als Frau des Herzogs erfüllen kannst.
Ich habe dir etwas Schreckliches angetan
und möchte dir deine Bitte deshalb nur zu gerne erfüllen.
Aber ich kann dir nicht versprechen, dass es klappt.
Ja. Das ist in Ordnung.
Du entscheidest, ob du mir diese Bitte erfüllen kannst.
Allerdings …
Wenn du meiner Bitte nicht nachkommst,
werde ich dem Herzog alles aus der Vergangenheit erzählen.
W-Was sagst du denn da?
Wie ich gehört habe, …
ist Herzog Finnley Blake ein tadelloser Mann.
Ein Mann, der es hasst, wenn Schwächere gequält werden.
Was ist deine Bitte?
Du musst nur eine Sache tun.
Überzeuge Herzog Blake, bei der nächsten Adelsversammlung
für den Antrag zu stimmen.
I-Ich kann es versuchen.
Wenn der Herzog trotz deiner Überzeugungsversuche dagegen stimmt,
werde ich ihm alles erzählen.
W-Wenn du so etwas tust, wird meine Stellung hier …
„So etwas“?
Das, was du früher getan hast, war weitaus schlimmer als „so etwas“.
Wenn du meiner Bitte nachkommst, werde ich dir vergeben …
und dem Herzog nichts aus unserer Vergangenheit erzählen.
Ich werde es für immer in meinem Herzen verbergen.
Meinst du das wirklich ernst?
Ja. Natürlich.
Wir können auch einen Vertrag aufsetzen.
Nein, schon gut.
Ich konnte schon früher nicht verstehen, was du denkst, …
aber du warst nie jemand, der seine Versprechen bricht.
Ach ja?
Dann soll mir das so recht sein.
Das wäre alles. Ich ziehe mich nun zurück.
Es tut mir leid.
Ich habe mich damals geirrt.
Ich hätte meine Schwester nicht aus Eifersucht verletzen dürfen.
Das ist nichts, was ich wiedergutmachen kann,
aber ich möchte mich entschuldigen. Es tut mir wirklich leid.
Ich akzeptiere deine Entschuldigung.
Also erfülle bitte meinen Wunsch.
„Morgen Mittag. Ich warte im Restaurant ‚Radies‘.“
Willkommen. Habt Ihr eine Reservierung?
Ich glaube, meine Verabredung ist schon hier …
Sein Name ist Drake Klein.
Seid Ihr etwa …
Ist endlich derjenige eingetroffen, auf den Baron Klein gewartet hat?
Was soll das heißen?
Baron Klein besucht uns jedes Jahr.
Er bestellt Essen für zwei Personen
und wartet dann stumm bis Ladenschluss.
Die Person, auf die er wartet, kommt jedoch nie.
Zeig mir bitte den Weg.
Sehr wohl.
Der Gast, auf den Ihr gewartet habt.
Äh, ja.
Ich komm rein.
Lange ist es her, Owen.
Vielen Dank, dass du meiner Einladung gefolgt bist.
Dein Geschmack hat sich wohl nicht verändert.
Warum weißt du, was ich mag?
Natürlich weiß ich das. Ich habe dich immer beobachtet.
Du musstest damals so viele schreckliche Dinge durchstehen.
Ja. Selbst wenn sie mich geschlagen hat, hast du einfach weggesehen.
Also warum willst du mich jetzt sehen?
Warum wartest du hier jedes Jahr ganz allein?
Weil ich dir eine Sache sagen möchte.
Es tut mir so leid!
Ich habe tatenlos zugesehen, wie meine Mutter dich misshandelt hat.
Dabei hätte dich dein älterer Bruder beschützen müssen!
Ich hatte damals nicht die Macht, dich zu beschützen.
Bestimmt klingt das jetzt nur wie eine Ausrede für dich.
Aber ich habe mich innerlich immer um dich gesorgt!
Ich weiß.
Ich weiß, dass du dich immer um mich gesorgt hast.
Wirklich?
Ja. Du hast mir immer deine Lehrbücher gegeben, wenn du damit fertig warst.
Du hast den Unterricht früher beendet,
damit ich Zeit hatte, deinem Privatlehrer Fragen zu stellen.
Damals ist es mir nur nicht aufgefallen, …
weil ich einfach nur verzweifelt versucht habe, zu überleben.
Aber warum hast du dich überhaupt um mich gekümmert?
Für dich muss ich doch nur ein Dorn im Auge gewesen sein.
Du warst mir nie ein Dorn im Auge.
Du hättest dir keine Mühe beim Lernen geben müssen,
aber du hast deinen Stolz über Bord geworfen und dich dem Studium gewidmet.
Als du gebeten hast, an meinen Kursen teilzunehmen, war ich so überrascht.
Zu sehen, wie du dich unermüdlich angestrengt hast,
gab auch mir die Kraft, mein Bestes zu geben.
Dass ich heute diese Position als Diplomat innehabe, verdanke ich dir.
Du …
Bruder … Du hast mir in vielerlei Hinsicht geholfen.
Also bitte mach dir keine Vorwürfe.
Du nennst mich wirklich deinen Bruder?
Ja, wobei es sich etwas ungewohnt anfühlt.
Danke.
Wirklich. Ich danke dir!
Und? Du hast dich jedes Jahr geweigert, aber nun bist du hier,
um mich zu treffen.
Dafür gibt es einen Grund, oder?
Das ist …
Keine Sorge. Sag es ruhig.
Bald steht eine Adelsversammlung an, nicht wahr?
Ja.
Ich möchte, dass du einem Antrag dort zustimmst.
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