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Miguel Angel Blanco The 48 Hours that Changed Spain 2026 SPANISH NF WEB H264-EDITH
A Commentary by tedi
Retail NF | 1:34:35

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Published on: 2026-07-10
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The first 200 lines.

Ich weiß noch genau, wo ich war.

FRIEDEN, JETZT UND FÜR IMMER

Nur in Zeiten großer Umbrüche,

bei sehr ernsten Ereignissen, kann man das sagen.

"Ich weiß es noch genau."

Ich wünschte, wir müssten nie wieder auf die Straße.

Sie müssen aufhören. Genug ist genug.

Das geht nicht. Wir schämen uns, Basken zu sein!

Wir haben diesen Schmerz in uns, der…

Ich kann kaum reden.

Die ETA hat wieder entführt.

Sie drohen damit, die Geisel in 48 Stunden zu töten.

Das Opfer: Miguel Ángel Blanco Garrido.

Die Policía Nacional und die Guardia Civil richteten ein…

Wieder erschüttert uns eine Entführung. Miguel Ángel Blanco…

Die Terrororganisation ETA

stellte dem Staat ein Alles-oder-nichts-Ultimatum

mit einer Entführung, einer Morddrohung und einer Frist…

Im Sommer 1997

fand ein Schlüsselereignis statt, das alles veränderte.

Die Nachrichtensender berichteten über eine neue Aktion

der Terrororganisation ETA.

Aber dieses Mal…

…war es anders als sonst.

Weil du noch genau weißt, wo du warst,

als du von Miguel Ángel Blanco gehört hast, nicht wahr?

Meine Güte…

Ehrlich gesagt, wenn ich daran zurückdenke,

spüre ich dieselbe Traurigkeit und dieselbe Empörung.

KÖNIG VON SPANIEN

Wir alle können uns noch an fast jedes Detail erinnern.

Wo wir waren, was wir taten, wie wir uns fühlten.

Ich weiß noch, dass meine Mutter sagte, Miguel Ángel sei früher aufgebrochen.

MIGUEL ÁNGEL BLANCOS SCHWESTER

Er hatte um 16 Uhr eine Sitzung und wollte pünktlich sein.

Wir nannten ihn "Miguel". Miguel Ángel, na ja…

Erst später. Für uns war er "Miguel".

ARBEITSKOLLEGE

Ich erinnere mich daran, als wäre es vor ein paar Tagen passiert.

Man vergisst den 10. Juli nicht, jenen Donnerstag.

Es war 15:30 Uhr. Normalerweise waren alle pünktlich,

und Miguel war immer pünktlich.

Es war etwas ungewöhnlich.

"Miguel ist noch nicht da. Vielleicht kam ihm irgendwas dazwischen."

Er verabschiedete sich wie jeden Tag und um 16:10 Uhr

rief Eman Consulting an und fragte nach meinem Bruder,

weil er nicht da war.

Meine Mutter war überrascht. Sie sagte:

"Seltsam. Er ist sogar zehn Minuten früher los,

falls doch noch irgendwas dazwischenkommt."

Es kam uns komisch vor. Er kam nie an.

EMAN CONSULTING BERATUNGSFIRMA

Um 16:30 Uhr riefen sie erneut an und sagten, er sei noch nicht da.

Meine Mutter sagte, sie hat sofort das Schlimmste befürchtet.

Sie rief im Mendaro-Krankenhaus an,

das liegt Ermua am nächsten,

um zu fragen, ob ein Miguel Ángel Blanco eingeliefert worden war.

Und sie bestätigten, dass niemand mit diesem Namen dort war.

Meine Kollegen aus Hernani riefen mich an und sagten,

der Radiosender Egin Irratia hätte einen Anruf von ETA erhalten.

JOURNALIST BEI DER TAGESZEITUNG EGIN

Sie sagten, sie hätten einen Stadtrat entführt

und würden ihn töten,

sobald eine Frist von 48 Stunden verstrichen ist.

Also nahm ich Kontakt zum Innenministerium auf.

ETA-BOMBEN EXPLODIEREN, OHNE SCHADEN ANZURICHTEN

Ich kam ins Büro, wo bereits Aufruhr herrschte.

EHEMALIGER INNENMINISTER

Man gab mir einen Zettel, auf dem stand,

dass es wohl eine Entführung gegeben hat.

Ich traf mich mit Manu und Fernando.

Manu spielt Gitarre, Fernando Klavier.

Manu hatte…

…kurz zuvor übers Radio herausgefunden, was passiert war.

Wir rannten sofort zu Miguels Haus.

Ich wohnte damals in einem Wohnheim in London.

Ich sollte bis September bleiben.

Und in dem Wohnheim wurde ich von einem Freund angerufen.

Sie stellten den Anruf durch und er sagte: "Ruf zu Hause an."

Ich antwortete: "Später. Ich bin verabredet."

Er sagte: "Jetzt. Es ist dringend."

Ich war im Säulensaal des Moncloa-Palasts.

EHEMALIGER PREMIERMINISTER

Mein Assistent reichte mir eine Notiz. Ich klappte sie auf und las:

"Ein Stadtrat der Partido Popular wurde in Ermua entführt."

Consuelo, seine Mutter, war da, Marimar Díaz, seine Freundin,

und Ramón Jáuregui war da,

damaliger Generalsekretär der Sozialistischen Partei des Baskenlandes.

Und irgendwann nahm Ramón Jáuregui uns beiseite.

Ich hatte nie mit ihm gesprochen.

Er sagte: "Gebt die Hoffnung auf. Sie werden euren Freund töten."

MIGUEL ÁNGEL BLANCO: 48 STUNDEN, DIE SPANIEN VERÄNDERTEN

ERZÄHLT VON JON SISTIAGA

Frohes 1997!

Wir schreiben das Jahr 1997 in Spanien.

Das Guggenheim-Museum eröffnete und Prinzessin Cristina heiratete.

Ja, ich will.

Und Premierminister Aznar sagte: "Spanien geht es gut."

Jenes Spanien war ganz anders als das heutige.

Nur wenige Menschen hatten ein Handy,

in den Häusern gab kein WLAN und es gab noch keine Sozialen Medien.

Und der fünffache Tour-de-France-Sieger Miguel Induráin

gab seinen Rücktritt bekannt.

Es war Sommer, und in den Strandbars lief

"Corazón Partío" von Alejandro Sanz

oder "La Flaca" von Andrés Calamaro.

Bis dahin hatte die ETA in diesem Jahr bereits neun Menschen ermordet.

In den letzten 30 Jahren waren es sogar fast 800 Menschen,

im Kampf für die Unabhängigkeit des Baskenlands.

Tagtäglich berichteten Zeitungen und Fernsehsender

über ETA-Anschläge oder die Festnahme von Terroristen.

600 ETA-Mitglieder saßen in spanischen und französischen Gefängnissen.

Ich war 29, genauso alt wie Miguel Ángel Blanco,

und hatte bereits als Journalist über Kriege berichtet.

Ich kam zurück ins Baskenland

und sprach weiter über Tod, Dunkelheit, Entsetzen und Blut.

DAS VOLK LEBT

Begriffe, mit denen ich als Baske vertraut war.

KRANKENWAGEN

Die ETA forderte etwas Unmögliches. Das war ihnen bewusst.

Etwas Grausames, Krankes.

Dass die Regierung sämtliche ETA-Häftlinge binnen zwei Tagen ins Baskenland verlegt.

Andernfalls würden sie den jungen Stadtrat der Partido Popular töten.

Uns blieb nichts übrig, als zu warten. Man konnte nur noch auf Gnade hoffen.

48 Stunden, die alles verändern würden, hatten begonnen.

DONNERSTAG 16 UHR

NOCH 48 STUNDEN

Wir unterbrechen das Programm für eine Mitteilung.

Es gibt Hinweise auf eine Entführung durch die Terrororganisation ETA.

Ein gewöhnlicher Nachmittag. Wir waren zu zweit in einem Newsroom.

Und wir…

JOURNALIST

Wir erhielten Informationen

meistens über einen Scanner,

ein Gerät aus dem Ausland, das Polizeifrequenzen empfing.

An diesem Nachmittag wurde aufgeregt hin- und hergefunkt.

Wir hörten Polizeigespräche.

Es ging um Eibar, Ermua… Ich sagte: "Hier stimmt was nicht."

Richter García-Castellón hat Dienst am Nationalen Gerichtshof.

Er hat…

Man informierte uns über eine Entführung im Baskenland,

ein Stadtrat der Partido Popular.

Möglicherweise Erpressung gegen den Staat.

EHEM. RICHTER AM NATIONALEN GERICHTSHOF

Ein Militärflugzeug flog mich sofort zum Sondika-Flughafen in Bilbao.

Wir waren auf dem Rückweg nach Donostia

und machten an einer Raststätte eine Kaffeepause.

Die Nachrichten berichteten darüber, noch nichts Konkretes,

aber es war klar, dass etwas passiert war.

Ich weiß noch, wie unser Nachrichtenchef zu mir sagte:

JOURNALIST

"Pack deine Sachen und mach dich auf den Weg.

Sie gaben ihm eine 48-Stunden-Frist."

Ich kam nach Bilbao, oder?

Ja, wir haben geredet,

und dann kamst du gegen Mittag zu uns.

Wir haben die Aufnahmen noch einmal rekonstruiert

und die nächsten Arbeitsstunden geplant.

Im ersten Televisión-Española-Bericht sagte man,

dass ein junger PP-Stadtrat aus Eibar entführt worden war.

Wir sahen uns an,

denn ich war der junge PP-Stadtrat.

Ich erfuhr von Miguel Ángels Entführung…

EHEMALIGER STADTRAT VON ERMUA, PP

…weil ein ehemaliger Kommilitone an mir vorbeilief und sagte:

"Mein Gott, Luis, ich hatte schon Angst, sie hätten dich entführt."

Ich sagte: "Mich entführt?"

"Ja, sie sagten gerade im Radio, ein Stadtrat aus Ermua wurde entführt."

Ich rief meine Mutter an und sagte:

"Mama, vielleicht hast du es gehört, aber ich bin es nicht."

Sie fragte: "Was ist passiert?" "Sie haben einen PP-Stadtrat entführt."

Aus Eibar, aber ich bin es nicht."

Eine Ertzaintza-Einheit kam

und blieb bis zum Schluss bei der Familie.

Sie beschlagnahmten Haus und Telefon und sagten:

"Schauen Sie bitte nicht fern. Und lassen Sie uns ans Telefon gehen."

Ich rief zu Hause an. Eine fremde Stimme ging ans Telefon.

Sie fragte: "Wer bist du?" Ich sagte: "Wer bist du?"

Ich kannte die Stimme natürlich nicht.

"Ich bin Consuelos und Miguels Tochter."

Sie sagte: "Moment, ich hole deine Mama."

Dann kam meine Mutter und sagte weinend: "Die ETA hat deinen Bruder entführt."

Da wussten alle, was zu tun war.

Wir stiegen wieder ins Auto und rasten los,

um nach Donostia zu kommen, unsere Anzüge auszuziehen,

unsere Uniformen anzuziehen und auf die Straße zu gehen.

Niemand hatte was gesehen…

Auf der anderen Straßenseite waren Cafés.

An einem Donnerstag um diese Uhrzeit trinken die Leute Kaffee oder essen.

Dass niemand etwas gesehen hat, werde ich nie verstehen.

Keine Regung… Nichts.

Wieso ausgerechnet er? Weil er ein leichtes Ziel war?

Ein vertrauensvoller junger Mann, der täglich zur selben Zeit

den Zug von Ermua nach Eibar nahm und direkt neben dem Bahnhof arbeitete?

Auf diesen 200 Metern ist er verschwunden.

Die ETA war wütend.

Zehn Tage zuvor hatte die Guardia Civil eine ETA-Geisel befreit,

José Antonio Ortega Lara, einen Gefängniswärter,

der über anderthalb Jahre in Geiselhaft war.

Er war Druckmittel der ETA gegen die Regierung,

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