The first 166 lines.
Umi-chan …
Jetzt ist es wohl so weit.
Ich glaube, ich habe erreicht, wozu ich herkam.
Ich konnte dich retten.
Ich konnte dich wiedersehen und dir sagen, was mir auf dem Herzen lag.
Und du hast mich nochmal bei meinem Namen genannt.
Das macht mich wirklich … unbeschreiblich glücklich.
Nanu? Ich bin irgendwie … so müde …
Umi-chan!
Dein Schoß … Das fühlt sich wie damals an, Mama …
Umi-chan …
Ich habe mir nur gewünscht, dass du glücklich wirst.
Das war mein einziger Wunsch.
Ich bin schließlich deine Mutter und sollte dich …
Ja, eben weil du meine Mama bist …
Weil ich dein Kind bin … Darum hab ich mich so angestrengt …
Das hast du. Du hast dich so sehr angestrengt …
Du hast dich so angestrengt … So sehr, nur für mich, aber mir
fällt es schwer, das zu schätzen …
Denn ich will deine Mama bleiben …
Ich will meine Umi-chan behalten …
Mama …
Du darfst nicht gehen! Bleib für immer bei mir!
Es gibt doch noch so vieles, was ich mit dir machen will!
Ich will mit dir kochen,
zusammen shoppen gehen,
an ganz vielen Orten Fotos von uns schießen,
ganz viele Erinnerungen schaffen und dann zusammen auf diese zurückschauen.
Ich will noch so viele Sommer mit dir verbringen …
Einen … Sommer ohne dich ertrage ich nicht …!
Nicht nur im Sommer, ich will dich das ganze Jahr lang
immer bei mir haben!
Jetzt … klingst du … mehr wie ein Kind als ich, Mama …
Wie soll ich mich da … noch länger zusammenreißen …?
Ich möchte doch auch bei dir bleiben!
Ich möchte dich noch mehr Mama rufen …
Noch mehr kochen von dir lernen …
und mit dir spielen!
Ich möchte doch auch weiter … für immer weiter bei dir bleiben …
Mama … Mama …!
Ich hab dich so lieb, Mama!
Umi-chan …!
Umi-chan!
Mama … Ich hätte einen einzigen Wunsch …
Und der wäre? Was immer du möchtest.
Würdest du … für mich singen?
Ich kann mich noch daran erinnern, wie du gesungen hast.
Dieses Lied, das ich dich noch vor diesem Sommer singen gehört hab …
Das du mir die ganze Zeit vorgesungen hast …
Ich hab dabei gespürt, wie sehr du mich liebst …
Das hat mich so glücklich gemacht – ich fühlte mich völlig geborgen.
Ich möchte noch einmal zu dieser Zeit zurück …
Ich möchte in deinen Armen einschlafen …
Das … darfst du nicht …
Sag nicht so was!
Wenn du einschläfst, wirst du verschwinden, Umi-chan!
Dann … werde ich … das wohl …
Umi-chan …
Mama …
Ma…ma …
Es ist alles gut. Ich bin … hier …
Ja.
Der Kanarienvogel singt ein Wiegenlied …
Ich wollte so in ihren Armen einschlafen.
Als ich in einer Nacht, als ich Mama noch nicht kannte und Papa arbeiten war, …
alleine im Bett lag, erinnerte ich mich vage im Traum daran, …
wie mich jemand sanft in seinen Armen hielt, als ich noch zu jung war, um es zu begreifen.
Durch meine erst halb geöffneten Augen blickte ich
zu dieser Person hoch, die ich nur als verschwommenen Schatten wahrnahm.
Ich erinnere mich bis heute an dieses Gefühl, diese Wärme …
Es fühlte sich an wie damals, als ich sorglos im gleißenden Licht der Sonne schlief.
Ich erinnere mich schwach, wie dieser Jemand mich …
durch dieses gleißende Licht anlächelte und in den Armen hielt.
Und sie für mich sang …
Auf meiner, sich über unzählige Sommer erstreckende Reise,
fand ich sie …
Ah, endlich verstehe ich es.
Das bedeutet es, etwas zu verlieren.
Die Vergangenheit zu verlieren, …
bedeutet, dass es einen selbst nicht mehr gibt.
Dass alles nie passiert ist.
Dass ich nie geboren werde …
und sie nie mehr wiedersehen werde.
Papa nicht … und Mama auch nicht …
Aber das ist okay so.
Ich habe nämlich erreicht, wozu ich hergekommen bin.
Ich habe Mama getroffen
und mit ihr viele schöne Sommer erlebt.
Und zum Schluss … durfte ich ihr noch einmal begegnen.
Mama …
Bye-bye …
Umi-chan …
Du hast … Du hast diese Sommer wirklich ausgekostet, nicht?
Ein ganzes Leben an Sommern …
Und dabei hast du mir das alles gezeigt …
Du hast mir gezeigt, wie strahlend Erinnerungen an den Sommer sein können …
Zu diesen … Sommerferien können wir also nie wieder zurück, wie?
Denn du möchtest sicher nicht, dass ich das versuchen würde …
Ich weiß …
Ich darf mich nicht … an die Vergangenheit klammern …
Aber … Dennoch …
erinnere ich mich daran …
Diese Sommerferien waren die schönsten Sommerferien meines Lebens!
Du hast mich zu einer Mutter gemacht, Umi-chan …
Ich erinnere mich … an alles …
Ich will es nicht vergessen.
Umi-chaaaaaaan!
Vor langer, langer Zeit, als die Welt noch keine Farbe kannte,
lebte ein Schmetterling mit wunderschönen Flügeln.
Sie schimmerten in unzähligen Farben …
Dieser Schmetterling bereiste die Welt.
Allen, die er auf seiner Reise traf, gab er Farben seiner wunderschönen Flügel.
Ehe er sich versah, war der zuvor wunder- schöne Schmetterling vollständig weiß.
Dennoch reiste er weiter.
Selbst als seine Flügel zerschrammt waren, reiste er weiter.
Doch nun bemerkte niemand den zuvor so hübschen Schmetterling mehr.
Dafür war die Welt nun voller Farben und wunderschön.
Als er zurück in seine Heimat kam, legte sich der Schmetterling ganz still auf eine Blume.
Der Schmetterling war zufrieden, denn er durfte ganz viele Leute kennenlernen.
Und so schlief er friedlich ein.
Woraufhin die Tränen seiner zutiefst betrübten Weggefährten zu Regen wurden.
Oh? Es geht noch weiter.
Ich habe nur noch das Wort eingebaut, das Umi drin haben wollte.
Das eben war das Ende.
Aber ich fand das Ende so traurig, darum hab ich das angefügt.
Oh …
Ja, gute Idee.
Als sich der Regen legte,
war aus dem Schmetterling ein gewaltiger Regenbogen geworden.
Eine wunderschöne Brücke, die wirkte, als umarme sie die Welt.
Und alle blickten zu ihr hoch und dankten ihr.
Wir laufen in Kürze in den Hafen Torishirojimas ein.
Da das Schiff beim Einlaufen schweren Erschütterungen ausgesetzt sein wird, …
„Möchtest du nicht mal Torishirojima besuchen?“
Kurz vor Beginn der Sommerferien kam ein Brief mit dieser Frage an.
Von meiner Tante, der jüngeren Schwester meiner Mutter, die ich noch nie gesehen hatte.
Was ich auf dem Foto sah, das im Brief enthalten war, kam mir eigenartig vertraut vor.
Darum bin ich hierhergekommen.
Großmutters Nachlass aussortieren?
Genau. All diese Sachen hat sie von diversen Leuten bekommen.
Bekommen? Sollten wir es dann nicht zurückgeben?
Die meisten sind bereits verstorben oder wir haben keinen Kontakt mehr zu ihnen.
Aber warum haben sie Großmutter all diese Sachen gegeben?
Hm … Hast du keine solchen Sachen?
Wenn man zum Beispiel, als man noch klein war, draußen beim Spielen irgendwas gefunden hat.
Hast du nie so was in deine Hosentasche gesteckt und aufbewahrt?
Oh … Doch, das habe ich auch schon gemacht.
Dachte ich mir.
Man macht den Reißverschluss zu und schaut sorgfältig darauf, dass man es nicht verliert.
Und doch ist es plötzlich weg.
Und dann fällt es einem plötzlich wieder ein.
Man wühlt in der Tasche und findet nur noch ein Bruchstück davon.
Ein Bruchstück …
Ja, ein winziges Bruchstück.
Aber jetzt kann man sich nicht mehr daran erinnern, was es war.
Dieser Speicher ist ein Ort für solche Sachen.
Ein Aufbewahrungsort für Dinge, die jemandem wichtig sind.
Und zugleich ein vergessener Ort.
Also ein Ort wie eine Hosentasche.
Genau.
Von hier aus zehn Minuten Fahrtweg in Richtung Hafen ist ein Restaurant.
Es ist der einzige Laden, der nachts geöffnet ist.
Och ne …
Tja, dumm gelaufen … Dreh ich halt mal ’ne Runde um die Insel …
Hä?
Das darf jetzt nicht wahr sein …
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